Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Nonvaleur
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Gebr. Duesentrieb

Von Ellis Island mit Vollgas an die Spitze der amerikanischen Autoindustrie: Friedrich (1876-1932) und August Düsenberg (1879-1955) schafften es, vorübergehend. Heute sind die schicken Karossen von Fred und Augie Duesenberg gesuchte Raritäten. Witwe Düsenberg wanderte 1885 mit ihren sechs Kindern von Westfalen nach Iowa aus. Fred begann mit 21 Jahren, Fahrräder zu bauen, auch motorisierte; zudem fuhr er Autorennen. 1913 gründeten er und Augie – beide begnadete Tüftler, die sich ihr technisches Können selbst angeeignet hatten –, die Duesenberg Motor Company in Minnesota; sie bauten während des Ersten Weltkriegs Motoren für die Rüstungsindustrie, daneben Rennwagen. Einen «Duesy», so der Spitzname, fuhr das legendäre amerikanische Jagdfliegeras Eddie Rickenbacker, ein Sohn von Schweizer Einwanderern, in Indianapolis.

Dort errichteten Fred und Augie  nach dem Krieg die Duesenberg Automobile and Motors Company, von der dieses Zertifikat zeugt. Ihre Autos genossen grosses Prestige. Hollywood-Helden wie Tom Mix und Rudolph Valentino fuhren teure Duesenbergs – die Marke ist ein Sinnbild für für den Glanz der Roaring Twenties. Doch die Brüder waren besser im Schrauben als im Verkaufen. Die Firma wechselte die Hand; Fred und Augie blieben Angestellte. In der Grossen Depression brach der Markt für Luxuswagen ein, Duesenberg schloss 1937. Wiederbelebungsversuche schlugen fehl. Es bleibt die Erinnerung an rassige Eleganz.

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