Meinungen

Gefährlich

Die Volatilität im Aktienmarkt ist wieder sehr niedrig. Das ist nicht unbedingt ein gutes Zeichen. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

«Im Moment beobachte ich ganz genau, wie gelassen sich die Anleger geben.»

Nicht mehr alle Ampeln stehen auf Grün. Nun gibt es doch etwas Grund zur Sorge, wenn es um die Kurse am Aktienmarkt geht. Ich habe an dieser Stelle schon des Öfteren über den US-Volatilitätsindex Vix berichtet. Der Angstbarometer genannte Gradmesser ist ein wichtiger Indikator dafür, wie die Stimmung im Markt ist. Im Prinzip ist die Regel einfach: Ein hoher Vix bedeutet Angst vor Kursverlusten, ein niedriger Gelassenheit.

Im Moment notiert das Angstbarometer unter 17 und damit so niedrig wie schon lange nicht mehr. Also (ALSN 270.00 +0.37%) klare Entwarnung? In der Vergangenheit hatte ich Ihnen gesagt, ein niedriger Vix sei eher als positives Zeichen zu werten. Das sehen nicht alle Strategen so. Es gibt Investoren, die kaufen immer dann, wenn das Angstbarometer besonders hoch notiert, und steigen aus, sobald der Wert unter eine bestimmte Grenze fällt. So viel vorweg: Eine richtig verlässliche Bauernregel gibt es nicht.

Im Moment beobachte ich ganz genau, wie gelassen sich die Anleger geben. Denn die Bewertung der meisten Aktien ist hoch, die Stimmung unter den Investoren fast schon zu euphorisch, die Kursgewinne sind gross, die Wirtschaftserholung in Stein gemeisselt, und die Notenbanken gelten als Allheilmittel für boomende Märkte.

Genau diese Einigkeit macht mich stutzig. Einen Vix zwischen 15 und 20 halte ich weiterhin für eine gute Nachricht. Wenn er allerdings weiter sinkt, werde ich meine Positionierung besonders unter den Zyklikern überprüfen. Bei 15 werde ich hellhörig, und bei 12 oder 13 würde ich mein Portfolio aktiv anpassen. Was ich allerdings nicht tun werde, ist, meine Aktienquote zu reduzieren. Dazu überzeugen mich die Alternativen einfach zu wenig.