Unternehmen / Finanz

Geld verdienen, wenn es abwärtsgeht

Die nervösen Börsen geben Leerverkäufern Oberwasser. Für Aktienfonds, die auch auf sinkende Kurse setzen, werden die Zeiten interessanter.

Die Rally ist ins Stocken geraten. Nach dem kurzen pandemiebedingten Einbruch haben die Aktienmärkte rasch auf ihren langjährigen Aufwärtskurs zurückgefunden. Doch seit einigen Wochen tendieren sie seitwärts. Das Wachstum der Unternehmensgewinne flacht sich ab, die inflationären Tendenzen nagen vielerorts an der Profitabilität. Gegenwind kommt auch von der Konjunktur: Vorlaufende Konjunkturindikatoren wie die Konsumentenstimmung haben im Trend bereits gedreht und sind rückläufig.

Die Notenbanken versuchen, die Anleger auf eine Reduktion ihrer Anleihenkaufprogramme und damit auf eine erste minimale Straffung der Geldpolitik einzustimmen. Das amerikanische Fed könnte bereits am Mittwoch ein Signal für ein Zurückfahren seiner milliardenschweren Anleihenkäufe geben. All das dürfte in den nächsten Monaten zu mehr Volatilität und möglicherweise Gewinnmitnahmen führen. Das Volatilitätsmass der Schweizer Börse, der VSMI, steht – auch unter dem Eindruck des wankenden chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande – so hoch wie seit Februar nicht mehr.

Schlechtere Stimmung

In diesem Umfeld steigen die Chancen von Anlagestrategien, die auch auf sinkende Kurse setzen. In der Schweiz gibt es einige wenige Aktienfonds, die einen Teil ihrer Gelder in Leerverkäufe investieren können. Einer der grösseren ist der Tavau Swiss Fund des Vermögensverwalters Entrepreneur Partners. Lange sei das Börsenumfeld sehr von Momentum getrieben gewesen, sagt Fondsmanager Rudolf König. «Dann muss man mit Short-Investments aufpassen, da auch qualitativ schlechte Aktien steigen.» Nun aber hätten sich viele Stimmungsindikatoren zurückgebildet, 50% des Fondsvermögens seien abgesichert. «Im September hat sich das bereits ausgezahlt.» Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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