Gemälde von Pablo Picasso sind seit langem quasi die dominanten Blue Chips des Kunstmarkts, sozusagen die «Apple» der Auktionshäuser. Im ersten Halbjahr 2021 erreichte der Auktionsumsatz mit Werken aus Picassos Hand 352,1 Mio. $; erfasst sind hier die Bieterverfahren der grossen Häuser – Christie’s, Sotheby’s, Phillips sowie China Guardian und Poly International – an den grossen Plätzen New York, London, Hongkong, Peking. Schon recht nahe an den modernen Meister aus Málaga gerückt ist Jean-Michel Basquiat, der in die Kunstmarktkategorie der Zeitgenössischen gehört: geboren nach 1945. Basquiat, in New York in einer puertoricanisch-haitianischen Famiie aufgewachsen, ist jung verstorben, sein Werk dagegen lebt, und wie; er ist sozusagen der Picasso seiner, mithin unserer Epoche. Die beiden Selbstporträts laden ein zur Meditation über den Wandel der Zeiten; der Picasso stammt von 1907, der Basquiat von 2010. Im Berichtssemester lag der Auktionsumsatz mit Basquiats doppelt so hoch wie derjenige mit Warhols, eines führenden Vertreters der Nachkriegsperiode. Unverwüstlich ist das Oeuvre Monets: Der Impressionist bleibt en vogue, dank seines Auges für Farbe und Licht («Monet, ce n’est qu’un oeil…mais, bon Dieu, quel oeil!», schwärmte schon sein Kollege Cézanne). Beliebt ist auch der mysteriöse Zeitgenosse Banksy – der bisher kein verräterisches Selbstporträt geliefert hat.