Märkte / Emerging Markets

Gemischte Signale von Chinas Industrie

China macht die schwächere Exportnachfrage zu schaffen. Die Zentralbank plant weitere Schritte gegen die Verlangsamung der Konjunktur.

(Reuters) Chinas Industrie sendet unter dem Druck des Handelstreits mit den USA gemischte Signale. Der am Montag veröffentlichte Einkaufsmanagerindex der Forschungsinstitute Caixin/Markit legte im September überraschend auf 51,4 Punkte von 50,4 Zählern im August zu. Das moderate Plus ist der stärkste Wert seit rund anderthalb Jahren und das zweite Mal in Folge, dass das Barometer über der Wachstumsmarke von 50 Punkten lag.

Experten hatten mit einem Rückgang auf 50,2 Stellen gerechnet. Laut der Umfrage ging die Wachstumsbeschleunigung weitgehend auf eine Erholung der Inlandsnachfrage zurück. Die Exportaufträge fielen den vierten Monat in Folge. Der ebenfalls veröffentlichte amtliche Einkaufsmanagerindex ergab dagegen den fünften Monat in Folge ein Schrumpfen der Industrie. Allerdings legte das Barometer leicht auf 49,9 von 49,5 Punkten im August zu.

Die Zentralbank in Peking will weitere Schritte gegen die sich abkühlende Konjunktur einleiten. Die Volksrepublik werde «weiterhin eine umsichtige Geldpolitik betreiben und die Kraft antizyklischer Maßnahmen erhöhen», hiess es in einer am Sonntag über den Kurznachrichtendienst Weibo (WB 30.77 2.6%) verbreiteten Erklärung. China werde die Wege verbessern, damit Geld aus dem Bankensektor besser in der Realwirtschaft ankommen könne. Auch soll dafür gesorgt werden, dass kleinere Banken sich besser mit Kapital versorgen können. Sie leiden besonders unter sinkenden Margen und zunehmender Gefahr von Zahlungsausfällen.

China macht der Handelskrieg mit den USA zu schaffen, aber auch die schwächere Nachfrage nach seinen Exportprodukten in anderen Regionen. Ökonomen erwarten, dass sich das Wachstum im zu Ende gehenden dritten Quartal weiter abkühlen könnte. Von April bis Juni hat es mit 6,2 % den kleinsten Anstieg des Bruttoinlandsproduktes seit rund drei Jahrzehnten gegeben.