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Geringfügige Folgen von Thomas-Cook-Pleite an der Schweizer Börse

Sowohl der Hotelbetreiber Orascom als auch der Online-Reisevermittler LM Group sehen nur leichte Auswirkungen durch den Konkurs des britischen Reiseveranstalters.

(AWP) Die Auswirkungen der Thomas-Cook-Pleite dürften sich bei in der Schweiz kotierten Tourismusunternehmen in Grenzen halten: Orascom (ODHN 12 -0.17%) Development Gruppe sieht nur einen minimalen Einfluss von Thomas Cook auf die Geschäftstätigkeit. Der aktuelle Einfluss auf das operative Geschäft durch den Konkurs des britischen Reiseveranstalters sei unwesentlich, schreib das Unternehmen am Montagabend.

Orascom Development Holding (ODH) und Orascom Development Egypt (ODE) hätten seit vielen Jahren sehr erfolgreich mit Thomas Cook zusammengearbeitet, hiess es weiter. Im Dezember 2018 hatten ODE, über seine Hoteltochter Orascom Hotels Management (OHM), eine Vereinbarung mit Thomas über ein Hotel in El Gouna und die Entwicklung eines neuen 100-Zimmer (ZBH 139.95 -4.51%) Hotels unterzeichnet. Das Unternehmen betont, dass man die Vorauszahlungen für diese Hotels bereits erhalten habe und den Bau des neuen Hotels, das im Oktober in Betrieb gehen soll, abschliessen werde.

Durch die Insolvenz von Thomas Cook rechnet die Gruppe mit keinen grossen Auswirkungen, da der Betrieb die Zimmer der Hotels mit anderen Reiseveranstaltern füllen werde. Die Vereinbarung mit Thomas Cook würden lediglich 244 Zimmer aus dem Portfolio von Orascom Development von insgesamt 7’082 Zimmern betreffen. Der Anteil betrage lediglich 1,4% des Hotelumsatzes von El Gouna, was 1,2 Prozent des ODE-Hotelgeschäfts und 0,8 Prozent des ODH-Hotelgeschäfts entspreche.

LM Group: wenige Buchungen

Auch der Online-Reisevermittler LM Group (LMN 33.8 -13.11%) ist von der Pleite des britischen Reisekonzerns nur geringfügig betroffen. Die Buchungen von Thomas-Cook-Paketen oder -Flügen auf den Seiten der Gruppe machten weniger als 0,3% der Gesamtbuchungen in diesem Jahr aus, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Es seien unverzüglich Massnahmen ergriffen worden, um die Betroffenen zu unterstützen.

Eine Anpassung der Finanzprognose werde aber als nicht notwendig erachtet, so die Meldung. Demnach geht die Gruppe für 2019 weiterhin von einem Umsatz von 320 Mio. € und einem bereinigten Ebitda von 68 bis 70 Mio. € aus. Aufgrund der Fokussierung auf dynamische Pakete und Investitionen in digitale Vermögenswerte sei die LM Group nicht den typischen Risiken klassischer Reiseveranstalter ausgesetzt.