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Gesundheit und Technologie liegen bei M&A vorn

Konsolidierungsdruck gibt es nicht nur in der Chemiebranche. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum liegt das Volumen angekündigter Deals global leicht höher.

Der geplante Zusammenschluss des Chemiekonzerns Clariant mit dem US-Branchennachbarn Huntsman ist nur eine von vielen Transaktionen in diesem Jahr. Knapp 15 000 Fusionen und Übernahmen (Merger & Acquisitions, M&A) hat der Branchendienst Dealogic bereits gezählt. Das sind zwar rund 670 weniger als im Vorjahreszeitraum. Gemessen am Transaktionsvolumen von 1,29 Bio. $ ist dieses Jahr bisher aber 39 Mrd. $ stärker ausgefallen als das vorherige, bis einschliesslich 23. Mai.

Konsolidierungsdruck herrscht indes nicht nur im Chemiesektor. Im laufen-den Jahr dominieren die Sektoren Gesundheit und Technologie das globale M&A-­Geschehen, mit angekündigten Deals im Wert von 171 bzw. 158 Mrd. $.

Die Chemiebranche reiht sich auf Position sieben ein. Im Vorjahr war das anders, der Sektor kam im gleichen Zeitraum auf Rang zwei, hinter Technologie. Dafür sorgten unter anderem die angekündigten ­Akquisitionen des Agrochemiekonzerns Syngenta durch ChemChina und des amerikanischen Wettbewerbers Monsanto durch Bayer (BAYN 52.12 +0.12%) aus Deutschland.

Auch der Deal von Praxair (USA) und Linde (Deutschland) wird dem Vorjahr im weiteren Verlauf zugerechnet, ebenso der Kauf des US-Kapselherstellers Capsugel durch den Life-Science-Konzern Lonza (LONN 654.20 +1.11%). Auf Zwölfmonatssicht prägten der Technologie- und der Energiesektor die M&A-Aktivitäten stärker als die Chemiebranche. Insgesamt erreichten die Transaktionen im Vorjahr einen Wert von 3,9 Bio. $.

Der europäische Chemiesektor stellt etwa die Hälfte des seit Jahresbeginn erreichten weltweiten Transaktionsvolumens in der Branche. Die Transaktion zwischen Clariant (CLN 20.04 +1.42%) und Huntsman rechnet Dealogic allerdings den USA zu.

Damit ist die Region Europa bei M&A-Aktivitäten der Chemiebranche deutlich stärker repräsentiert als etwa im Gesundheitssektor. Dort trägt Europa knapp ein Drittel zum globalen Transaktionswert bei. Noch grösser ist die Diskrepanz im Technologiesektor. Gerade einmal 15% macht Europa dort wertmässig aus.

Käufer, die ein Unternehmen aus den Sektoren Transport oder Detailhandel suchten, wurden im laufenden Jahr in Europa aber vielfach fündig. Der Trans­aktionswert macht zwei Drittel beziehungsweise drei Viertel des weltweiten ­Volumens aus.