Getestet

Bowers & Wilkins PI7

Sich aus der Masse der kabellosen Kopfhörer abzuheben, ist kein Leichtes. Trotzdem lockt der Markt die Anbieter zuhauf. Denn das Segment wächst trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten weiter deutlich, so zeigen es die Zahlen des Marktforschungshauses Counterpoint. Der britischen Hörmanufaktur Bowers & Wilkins (B&W) ist es mit dem PI7 gelungen, sich mit nur einem Feature abzuheben – und doch fällt die Kaufentscheidung nicht leicht.

Der Clou der Kabellosen von B&W, die vergangenes Jahr vom US-Konzern Sound United geschluckt wurde, findet sich in der Ladebox. Bei anderen Herstellern dient die kleine Box, in der die Kopfhörer passgenau verschwinden, nur genau dazu, zum Laden. Auch bei B&W versorgt sie den PI7 bis zu vier Mal mit Saft, bis zu zwanzig Stunden Musikgenuss also. Dazu kann die Aufbewahrungsschale jedoch an einen traditionellen Kopfhöreranschluss gestöpselt werden – und übermittelt dann das Signal vom alten Fernseher etwa oder von der Stereoanlage, die noch über keine Bluetooth-Funkverbindung verfügen, an die PI7-Kopfhörer. So lässt sich jeder Kopfhörerausgang in ein Drahtlossystem verwandeln. Toll. Das kann sonst keiner.

Der PI7 brilliert auch beim Klang. Beeindruckende Bässe, klare Höhe, präzise Mitten. Hier spielen die Kopfhörer fast schon auf dem Niveau von kabelgebundenen. Dank sechs ­Mikrofonen gelingt auch Telefonieren gut mit dem B&W-Produkt. Lediglich klassenüblich hingegen fällt die ANC-(Active-Noise-Cancelling-)Funktion aus. Hier unterdrücken andere Ohrstöpsel, etwa die von Sony, störende Geräusche besser. Immerhin gibt es einen Transparenzmodus, um trotz Musik oder Podcast ­etwas von der Aussenwelt mitzubekommen.

Unterirdisch im Vergleich zur Konkurrenz müssen App und mögliche smarte Funktionen ­bewertet werden, die bei B&W schlicht fehlen. Die App für Smartphones verliert oft die Verbindung, es lässt sich kaum etwas einstellen. Trotzdem ist eine Zwangsregistrierung nötig, um sie zu nutzen. Hier sollten die B&W-Inge­nieure nachbessern. Dennoch ist der PI7 ­aufgrund seines Klangs und der tollen Audio­funktion der Ladebox auch bei einem Preis von 440 Fr. eine Überlegung wert.

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