Getestet

Stoov Big Hug

Das Wort Heizdecke ist so unsexy wie kaum ein zweites. Der Begriff weckt Assoziationen von verkabelten Wärmedecken für Grosis Unterbett. Umso höher ist das Verdienst der niederländischen Gesellschaft Stoov anzurechnen, die Heizdecke wieder gesellschaftsfähig zu machen. Und in der Tat, nach anfänglicher Skepsis kam die Big Hug, die moderne Variante einer Heizdecke mit Akku und Smart-Ladegerät, in der Familie gut an, vor allem bei den Jüngeren.

Maarten Middelkoop und Teun van Leijsen haben Stoov vor zwei Jahren gegründet. «Wir wärmen Menschen, nicht unseren Planeten», hat sich das junge Unternehmen als Werbebotschaft gegeben. Das wirkt teils etwas bemüht, etwa wenn es auf der Webseite heisst, jedes Grad kühler in der Wohnung spare 7% Heizungsverbrauch – ohne zugleich einen Blick auf die Ökobilanz des Heizkissens zu werfen, dessen Akku schliesslich auch geladen werden muss. Aber warum auch? Strom kommt schliesslich aus der Steckdose. Umweltfreundlicher als Heizpilze vor Gaststätten sind die Stoov-Decken und -Kissen jedoch allemal.

Die Big Hug weiss so zu gefallen. Der 4000-Milliamperestunden-Akku in der Heizdecke wird zwei bis drei Stunden geladen, anschliessend gibt er je nach Stufe drei bis sechs Stunden lang Wärme ab. Zwei 9-Watt-Infrarot-Heizelemente befinden sich auf der Sitzfläche der Decke und am unteren Rücken. Das reicht für ein angenehmes Wärmegefühl. Der Rest der Big Hug besteht aus recycelten , durchaus angenehmen Materialien, ähnlich wie Filz.

Etwas unglücklich platziert ist der Ein- und Ausschalter der Big Hug. Öfter passiert es, dass durch blosses Sitzen die Wärmestufe der Decke verändert oder sie sogar ausgeschaltet wird. Auch die dicke Ausbuchtung des Akku am oberen Ende der Decke will richtig platziert sein für ungestörtes Liegen oder Sitzen. Die übrige Technik im Innern der Big Hug ist nicht zu spüren. Alternativ produziert Stoov auch Sitz-, Lounge- oder Rückenkissen mit Heizung. Für den Hausgebrauch liefern die Niederländer ein Ladegerät, das per Magnet an die Decke dockt. Für die Gastronomie gibt es Docking-Stationen, die sechzehn Heizkissen auf einmal laden. Den Planeten wird Stoov mit der Idee nicht retten. Für knapp 150 Fr. liefert die Big Hug aber ein Stück Gemütlichkeit ins Heim.

, Closing Bell / Getestet

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