Getestet

Oppo Find X2 Pro

Das Oppo Find X2 Pro ist ein Phänomen: Es zeigt, dass auch Chinesen Oberklasse können. Wer ein Top-Smartphone sucht, sollte nicht nur bei Samsung oder Apple vorbeischauen. Eine Kaufempfehlung verdient sich das X2 Pro ­dennoch nicht. Der Preis ist viel zu hoch.

Oppo ist hierzulande wenig bekannt; die Mutter BKK Electronics dürfte sogar nur Insidern ein Begriff sein, obschon das Unternehmen, zu dem auch Marken wie Vivo, Realme und OnePlus gehören, schon jetzt zu den fünf grössten Smartphone-Produzenten der Welt zählt. Das Unternehmen macht sich derzeit geschickt die Schwäche von Huawei zunutze. Der Rivale, ebenso aus dem Reich der Mitte, leidet sehr unter dem US-Bann, der es unter anderem ­verbietet, Software von Google auf Huawei-Smartphones vorzuinstallieren. Das Find X2 Pro ist das bislang ambitionierteste Gerät von Oppo. Das Gerät hat ein tolles, leuchtkräftiges OLED-Display, das Bilder teils mit 120 Hertz wiederholt, also gestochen scharf darstellt. Der Bildschirm geht bis auf eine kleine Aussparung für die Kamera über die gesamte Front. Mit einer Diagonale von 6,67 Zoll ist er sehr gross geraten und nur noch bedingt hosentaschentauglich. Ab Werk hat das Smartphone einen superschnellen Prozessor, 12 Gigabyte Arbeitsspeicher und 512 Gigabyte Speicher für Daten – der nicht mehr durch Karten erweitert werden kann. Das Gehäuse gibt es auch in einer Kunstledervariante, sicher nicht jedermanns Geschmack. Gelungen sind die Stereolaut­sprecher, die etwa beim Schauen von Filmen den Klang fein wiedergeben. Der Akku hält problemlos einen Tag und lässt sich dank 65-Watt-Ladegerät in sagenhaften vierzig ­Minuten vollständig aufladen. 

Herausragen soll auch die Kamera mit drei Linsen, die sich auf Ultraweitwinkel ebenso versteht wie auf Zehnfachzoom. Im Test gelingen nicht alle Aufnahmen: Manches Mal hat das Gerät Probleme mit dem Fokus, besonders in fordernden Situationen, etwa bei einer Makroaufnahme. Beim Zoomen wird es schnell pixelig. Die Farben wirken wenig natürlich. In der Summe überwiegen Mankos, die bei einem Gerät, das im Handel um die 1200 Fr. kostet, den Spass verderben. Merzt Oppo die Probleme aus, dürfte das nächste Flaggschiff der Chinesen ein grosser Wurf werden.

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