Getestet

Amazfit GTS

Viele hätten gerne ein Stückchen vom Erfolg, den Apple im Smartwatch-Bereich hat. Im vergangenen Jahr hat der US-Konzern allein mit 31 Mio. Smartwatches mehr Uhren verkauft als die gesamte Schweizer Uhrenindustrie, so die Marktforscher von Strategy Analytics. Am nächsten kommt der umtriebigen Apple noch die chinesische Xiaomi. Mit der Amazfit GTS zeigt das Unternehmen, wie das gelingt.

Auf den ersten Blick schafft die Xiaomi-Tochter Huami das mit einer gehörigen Portion Unverschämtheit. Äusserlich gleicht die 39 Gramm schwere Uhr dem Vorbild Apple Watch. Lediglich die Krone ist mittig angebracht, nicht oben. Mit 348×442 Pixel löst das Display geringer auf, besitzt aber ebenso wie die Watch ein OLED-Display. So können Farben brillant dargestellt werden. Das Ablesen der Uhrzeit fällt auch im strahlenden Sonnenschein nicht schwer. Sensoren für Herzfrequenz, Beschleunigung, Kompass oder Luftdruck sind integriert und funktionieren recht zuverlässig. Ergänzt werden sie durch einen Satellitenempfänger für GPS- und Glonass-Navigation. Auch hier keine Probleme.

Aber, zum Glück, es gibt ein paar Unterschiede.  Der Wichtigste: Der Akku hält bis zu vierzehn Tage. Wenn das Immer-an-Display der Amazfit GTS eingeschaltet ist, schrumpft die Batterielaufzeit zwar auf wenige Tage – hält somit aber immer noch ein Vielfaches der Watch von Apple. Weiterer Pluspunkt für die Chinesen: Die GTS funktioniert reibungslos sowohl mit einem Android- wie mit einem iOS-Smartphone. Sie wechselt ohne Probleme: Tagsüber die Amazfit-Uhr mit dem iPhone von der Arbeit, im Ausgang mit dem privaten Android-Smartphone nutzen – klappt problemlos.

So smart wie die Apple Watch ist die GTS nicht, was Benachrichtigungen angeht. Sie werden angezeigt, antworten ist aber nicht möglich. Dennoch verdient sich die Uhr einen Daumen nach oben – spätestens beim Blick auf den Preis. Nur 130 Fr. kostet die Amazfit GTS. Da kann und will Apple nicht mithalten.

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