Getestet

Amazon Echo Show 10

 Noch beim Auspacken gibt sich der Lautsprecher mit angehängtem Bildschirm von Amazon etwas unhandlich. Ein Sockel von knapp 2,5 Kilogramm in Kombination mit dem angehängten Tablet lässt eine zerbrechliche Konstruktion befürchten. Einmal platziert, spielt das aber keine Rolle mehr. Denn der Bildschirm des Amazon Echo rotiert stets so, dass er sichtbar bleibt. Entsprechend bekam die stimmengesteuerte Assistentin Alexa einen zentralen Platz auf der Kücheninsel. Was den zusätzlichen Vorteil hat, dass weder Mikrofon noch Kamera Einblick in die intimeren Bereiche des Heims bekommen. Der Verzicht auf das Vergnügen, von Alexa geweckt zu werden oder aus der Badewanne heraus einen Film auf dem beweglichen Bildschirm zu geniessen, fiel vor diesem Hintergrund leicht.

In der Küche spielt der smarte Bildschirm seine Stärken auch voll aus. So kann man beispielsweise – unter minimalem Einsatz der Hände – Rezepte aufrufen und sich diese vorlesen lassen. Selbstredend spielt Alexa auch recht zuverlässig die gewünschte Musik. Einzig der Versuch, die Zutaten eines Rezepts auf die Einkaufsliste der App zu übertragen, scheiterte, möglicherweise aufgrund der falschen Formulierung. Jedenfalls gab der Eintrag «Ingredients» im Laden wenig her.

Diese Erfahrung zeigt auch zwei vom Bildschirm unabhängige Nachteile des Amazon Echo: Deutsch funktioniert zwar, wer sich aber gern an den eigenen Dialekt hält, bleibt chancenlos. Auch auf Englisch sollte man Alexa nicht zu viel zumuten. Alles, was über kurze, eindeutige Fragen hinausgeht, überfordert den Echo. Die Interaktion mit Apps ausserhalb des Amazon-Ökosystems funktioniert zudem bloss, macht aber keine grosse Freude. So liest Alexa Einträge im Google-Kalender zwar vor – anpassen kann sie sie nicht.

Dennoch ist die Kombination eines Smart Speaker mit einem Bildschirm praktisch. Klang und Optik funktionieren leidlich, und mit 278 Fr. ist das Gerät, das FuW von Digitec ausleihen konnte, auch nicht übertrieben teuer. Namentlich für Konsumenten, die ihr Zuhause gern sprachlich steuern und dabei mehr zu befehligen haben als bloss einen Lautsprecher, lohnt sich der Kauf.

Lara Brändli und Jeffrey Vögeli

, Closing Bell / Getestet

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