Getestet

BetterWriter.ai

Den Verfechtern der künstlichen Intelligenz (KI) wird oft vorgeworfen, dass sie viel versprechen und wenig halten. Dabei bietet die Technologie im Alltag schon einige praktikable und sinnvolle Anwendungen. Google Mail macht etwa passende Vorschläge, wie man einen angefangenen Satz fortsetzen kann. Viele Anwender verwenden Spracherkennung in Handys und Smart Speaker. Und Übersetzungsprogramme bieten eine deutlich akzeptablere Qualität als noch vor einigen Jahren.

Die Webseite BetterWriter.ai will mit der Kraft der KI das Schreiben erheblich erleichtern. Bisher ist sie nur für Texte in Englisch verfügbar, andere Sprachen sind noch nicht vorgesehen. Besonders für den Marketingbereich will man Hilfestellungen bieten. So kann man sich mit wenigen Klicks einen kurzen Blog basteln, in dem man ein Thema und den Ton der verwendeten Sprache vorgibt. Zu einem Thema werden Stichpunkte als Unterthemen vorgeschlagen. Die Stichpunkte können dann mit vollständigen Sätzen automatisch gefüllt werden. Ein sieben Tage dauernder Test ist kostenlos, danach beträgt der Abo-Preis 19 $ im Monat. Die Testperiode erlaubt aber nur die Generierung von 10 000 Wörtern – ein Kontingent, das beim Ausprobieren verschiedener Varianten viel zu schnell ausgeschöpft ist. Aber auch so kann man zum Schluss kommen, dass BetterWriter noch nicht ausgegoren ist.

Die von der KI gebildeten Sätze sind zwar grossteils grammatikalisch korrekt und ergeben meist auch Sinn. Aber wer sich ganz auf sie verlässt, der erhält wenig aussagekräftige Artikel, deren Sätze kaum zusammenhängen. Leser werden aus stilistischen und inhaltlichen Gründen immer wieder über Textstellen stolpern. Andere interessant klingende Funktionen wie Texte automatisch zusammenzufassen sowie Artikel in eine andere Tonlage zu übertragen – etwa von «akademisch» zu «lustig» – sind für die Praxis ebenfalls nicht verlässlich genug.

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