Getestet

Flowrite

Jeder, der in einem Büro arbeitet, kennt das: Man schreibt viele E-Mails, die reine Routine sind: ein Meeting verschieben, das Angebot eines Lieferanten ablehnen oder Feedback beim Kunden einholen. Für solche Nachrichten wendet man oft mehr Zeit auf, als sie eigentlich wert sind – sie sollen ja nicht holprig klingen, oder man sucht die richtigen Floskeln, um nicht unhöflich zu erscheinen. Und wenn es um englische Mails geht, sind Nicht-Muttersprachler oft unsicher – der Aufwand ist noch grösser. Das Start-up Flowrite mit Sitz in Helsinki will solche Routinekommunikation erleichtern.

Die Funktionen basieren auf GPT-3, einer ­künstlichen Intelligenz zur Textgenerierung. Bisher funktioniert das nur auf Englisch. Das Angebot auf der unkomplizierten Webseite von app.flowrite.com lässt sich einen Monat lang kostenlos ausprobieren, danach kostet es 15 € im Monat. Zwei grundsätzliche Möglichkeiten stehen zur Auswahl: «Outreach» – man schreibt jemanden als Erster an – und «Reply» – man formuliert eine Antwort auf eine E-Mail, die man zuvor in Flowrite hineinkopiert. Auch die Einbindung in Google Mail und andere Web-Applikationen wird angeboten.

Erst formuliert man in kurzen Stichworten, was die Kernbotschaft der E-Mail ist. Danach wählt man zwischen einer allgemeinen Vorlage oder den spezifischen Fällen, darunter etwa einen Termin akzeptieren, einen Kunden um eine ­Referenz bitten oder eine Absenz beim Vorgesetzten beantragen. Für eine Terminanfrage reicht es, «meeting tomorrow 10 am would be good» und «please confirm» vorzugeben, um eine vollständige und gut lesbare Mail zu erhalten. Ganz perfekt sind die Nachrichten oft nicht und sollten daher nochmals editiert werden. Sie sind also für weniger wichtige und informellere Kontakte am besten geeignet. Nicht jeder wird von Flowrite profitieren – aber wer oft Routine-Mails auf Englisch schreibt, dem sei die finnische ­Lösung dank künstlicher Intelligenz ans Herz gelegt.

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