Getestet

Hövding 2.0

Zu cool für einen Helm? Aber trotzdem besorgt über Kopfverletzungen beim Fahrradfahren? Dann ist der Hövding die richtige Lösung. Mit einem leisen Geräusch aktiviert sich der Hövding, ein grünes Lichtsignal leuchtet auf. Was sich anfühlt und aussieht wie eine futuristische Halskrause, ist in Wirklichkeit ein Fahrradhelm: ein Airbag für den Kopf.

Blosses Kopfschütteln oder natürliche Körperbewegungen aktivieren den Hövding noch nicht. Sensoren erkennen Bewegungsmuster, die einem Sturz oder einem Aufprall vorangehen, und innerhalb einer Zehntelsekunde bläst sich eine Art luftgefüllter Motorradhelm auf. Somit sind – anders als bei traditionellen Helmen – auch die Seiten des Kopfs sowie Hals, Kiefer und Nacken geschützt. Gemäss Tests der Stanford-Universität schützt der Hövding achtmal besser vor einer Gehirnerschütterung als ein traditioneller Helm.

Es dauert eine Weile, bis man sich daran gewöhnt hat, einen relativ starren Kragen zu tragen, insbesondere wenn man auf dem Fahrrad nach hinten blickt. Der Hövding wiegt nur 650 Gramm, aber wegen der Gewichtsverteilung fühlt er sich schwerer an. Er kommt in drei Grössen, und es ist wichtig, dass man die richtige wählt. Ist er zu eng, fühlt es sich an, als hätte man wirklich eine medizinische Halskrause an, ist er zu weit, dann ist der Schutz nicht gewährleistet. Aus dem gleichen Grund ist der Hövding auch nicht für Kinder geeignet, ihre Köpfe sind zu klein. E-Bike-Fahrer müssen ebenfalls weiterhin auf nicht frisurschonende Helme zurückgreifen, da die Software bislang nur auf Unfälle mit herkömmlichen Fahrrädern trainiert wurde.

Wenn der Hövding einmal aufgegangen ist, muss er ersetzt werden. In der Schweiz kann man nach dem Sturz ein Unfallprotokoll, das von der Black Box im Hövding automatisch aufgezeichnet wird, einreichen und erhält das Ersatzprodukt zum halben Preis. Bei beinahe 300 Fr. Kaufpreis ist das allerdings immer noch ein stolzer Betrag.

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