Getestet

Huawei P30 Pro

Jetzt noch ein Huawei-Smartphone? Nach dem Bann durch die USA, dem Beenden der Geschäftsbeziehungen durch US-Chiphersteller und vor allem durch Google, wie sieht da die Zukunft der Geräte aus? Niemand weiss es. Manager des chinesischen Smartphone-Herstellers ebenso wie des Betriebssystemanbieters Android von Google haben erklärt, für existierende Smartphones werde es weitergehen wie geplant. Es wäre schade, wenn ein Gerät wie das P30 Pro keine Zukunft hätte.

Schon mit der Vorgängerserie P20 hat Huawei vergangenes Jahr Massstäbe gesetzt – vor allem in Sachen Fotografie. Mit dem P30 Pro legen die Chinesen nach: Die Optik wurde wieder in Kooperation mit dem deutschen Spezialisten Leica entwickelt. Das Smartphone bietet nun eine fünffache Vergrösserung. Mit dem Hybridzoom ist ohne Qualitätsverlust gar zehnfach drin. Gekoppelt mit digitaler Bearbeitung steigert sich der Zoom auf fünfzigfach – dann unter Einbussen. Dennoch: So viel optische Leistung packt kein anderer Hersteller ins Gerät.

Das alles findet sich in einem Smartphone recht grosser, aber inzwischen leider üblicher Masse. Die Hinterseite dominieren drei Kameralinsen, ein kleiner Blitz sowie eine vierte Kamera, um räumliche Tiefe zu messen. So sind mit dem P30 Pro Apps in erweiterter Realität (Augmented Reality) möglich. Die Vorderseite wird bis auf eine annehmbar kleine Aussparung für Kamera und Sensoren vom 6,47-Zoll-Display eingenommen. Die Kanten sind gerundet. Das Lesen gefällt auf dem farbenprächtigen OLED-Schirm. Der Fingerabdrucksensor ist im Display eingelassen und funktioniert weit zuverlässiger als die Gesichtserkennung über biometrische Sensoren. Der Akku hält auch bei intensiver Benutzung länger als einen Tag.

Die schicken Geräte haben Huawei zum zweitgrössten Smartphone-Hersteller hinter Samsung gemacht. Zu haben ist das P30 Pro ab 900 Fr. – so teuer wie ein iPhone. Eigentlich eine einfache Entscheidung – wäre da nicht die Unsicherheit durch den US-Bann.

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