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Kobo Libra H20

E-Book-Lesegeräte haben einige Vorteile: Man kann im Wortsinne in seiner Westentasche eine Bibliothek von Tausenden Büchern mit sich führen – die sich dank Internetzugriff schnell auf Millionen erweitern lässt. Im Vergleich zum digitalen Lesen auf Smartphone oder Tablet ­ermüden die Augen weniger. Den Markt dominieren die E-Book-Reader von Amazon. Doch wer sich einen Kindle holt, verpflichtet sich, auch seine Bücher bei Amazon zu kaufen. Der Kobo Libra H20 bietet mit seinem System eine willkommene Alternative.

Kobo war ursprünglich ein kanadischer Buchhändler. Vor neun Jahren stieg der japanische Onlinehändler Rakuten ein. Seither ist die Gesellschaft vor allem für ihre E-Book-Lesegeräte bekannt. Unter dem Namen Tolino Vision 5 ist das baugleiche Geräte hierzulande in den Buchhandlungen von Orell Füssli zu haben.

Der Libra H20 hat ein E-Ink-Carta-Display mit einer 7-Zoll-Diagonalen. Strom verbrauchen solche Displays nur, wenn sich der dargestellte Inhalt verändert. Der eingebaute Akku hält ­Wochen. Zudem liest sich ein E-Ink-Display mehr wie ein Papier, weniger wie ein Bildschirm von iPad & Co. Die wahre Stärke des ­Libra H20 ist die Unterstützung unterschiedlicher Dateien: Vom E-Book-Format ePub über Internetseiten mit HTML bis zum PDF findet sich alles – allein elektronische Bücher von Amazon lassen sich nur über Umwege aufrufen, denn der US-Konzern benutzt ein eigenes Format. Technisch Versierte versuchen es mit der Software Calibre. Auf die acht Gigabyte Speicher passen laut Kobo 6000 Bücher.

Für angenehmes Lesen abends im Bett etwa sorgt das Leselicht des E-Book-Readers, dessen Farbtemperatur sich nach Bedarf oder Umgebungslicht anpassen lässt. Sehr angenehm. Das Gehäuse ist wasserdicht bis zu zwei Meter. Umblättern lässt sich durch Druck auf das berührungsempfindliche Display oder über zwei Tasten. Zu einem Preis von unter 200 Fr. ist der Kobo Libra H20 eine schöne Alternative zu den eingeschränkten Amazon-Geräten.

 

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