Getestet

Larq Bottle

Wer kennt das nicht? Unterwegs in den Bergen: Die Trinkflasche ist leer. Aber sie im Bächlein aufzufüllen, traut man sich doch nicht. Oder auf Reisen: Ist das kostbare Nass aus dem Hahn wirklich geniessbar? Im Büro: Steht die eigene Flasche längere Zeit am Schreibtisch, schmeckt das Wasser fad. Die Bottle von Larq will solche Probleme lösen – über einen smarten Mechanismus zum Desinfizieren. Das funktioniert. Hat aber einen stolzen Preis.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Flasche von Larq nicht von handelsüblichen. Das Gefäss mit einem Fassungsvermögen von einem halben Liter wiegt knapp 400 Gramm. Es besteht aus doppelwandigem, vakuumversiegeltem, poliertem Edelstahl, frei von Schadstoffen. Die Bottle hält Flüssigkeiten 24 Stunden kalt und zwölf warm. Die Besonderheit befindet sich im Verschluss: Dort ist eine Lichtquelle für UV-Licht im C-Bereich integriert. Das wirkt dann zwar auch nicht gegen Schwermetalle oder Fluoride im Wasser, vollbringt also keine Wunder, aber laut Hersteller werden auf diese Weise 99,9999% der schädlichen Bakterien und Viren beseitigt. Energie erhält die LED-Lampe von einem eingebauten Akku, der über einen handelsüblichen Micro-USB-Anschluss geladen wird und zwei Monate halten soll. Alle zwei Stunden reinigt die Flasche automatisch, ansonsten jeweils auf Knopfdruck. Und wirkt es? Also einmal die Bottle, einmal die Flasche eines traditionsreichen Schweizer Herstellers mit Wasser befüllt, eine Woche stehen lassen – und fünf von fünf Testpersonen befinden im Blindtest: Ja, das Wasser aus der Bottle schmeckt frischer, weniger metallisch. Seine Vorzüge spielt das Larq-Produkt vor allem jedoch dort aus, wo man weniger Vertrauen in die Flüssigkeit hat als in das streng kontrollierte Schweizer Hahnenwasser. In fremden Ländern beispielsweise oder in den Bergen eben.

Ganz schön happig: der Preis. Um die 100 Fr. kostet die Flasche mit Versand im Netz. Das lohnt sich für Bürohengste kaum. Nur wer oft unterwegs ist, wird sich so etwas leisten wollen. Die Alternativen sind kaum günstiger. Mit CrazyCap etwa kauft man sich vor allem einen Deckel, der auf handelsübliche Flaschen passt, auch nach dem Bottle-Prinzip mit UV-C-Licht funktioniert. Das gibt es mit Behälter etwas günstiger. Reines Wasser kostet eben.

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