Getestet

Lenovo Smart Clock

 In einer Zeit, in der die Digitalisierung des ­Alltags fortschreitet, darf, ja muss Technik ­natürlich auch im Schlafzimmer Einzug halten: beispielsweise in Form eines smarten Weckers. Lenovo will mit der Smart Clock in diese Nische vorstossen. Als Wecker auf Tech-Steroiden geht das Gerät gut durch. Wer allerdings höhere Ansprüche hat, wird schnell enttäuscht.

Die Smart Clock ist schon eine Weile auf dem Markt. Zur Elektronik-Show CES in Las Vegas vergangenes Jahr hat das Produkt Preise einheimsen können. Und, wirklich: Das Design ­gefällt. Das 4-Zoll-Display, natürlich berührungsempfindlich, wird von einem grau melierten Textilbezug umrahmt. Auf der Unterseite sorgen gummierte Streifen für sicheren Stand. Das Display ist nicht das prächtigste, aber brauchbar. Auch beim Lautsprecher gilt es Abstriche zu machen, allein schon wegen der kompakten Bauform. Wer allerdings etwa die ebenso kleinen und smarten Assistenten von Google oder Amazon kennt, mit oder ohne Schirm, fragt sich, ob nicht doch etwas besserer Sound möglich gewesen wäre. Angetrieben wird die Smart Clock von einem Mediatek-Prozessor, der für die Belange genügt.

Doch für welche Belange eigentlich? Als Wecker macht die Smart Clock sicher eine gute ­Figur. Über den Google-Assistenten und somit Sprachbefehle lässt sich die Weckzeit stellen. Auf Wunsch weckt das Gerät auch mit einem langsam heller werdenden Display – das funktioniert nur in kleinen, dunklen Zimmern.

Anders als andere Smart Displays hat das Lenovo-Produkt keine Kamera. Die fehlt in der Praxis nicht – aber arge Grenzen setzt der Smart Clock das Betriebssystem Android Things. Dieser abgespeckten Software für Assistenten von Google fehlt vieles, was smarte Displays nützlich macht: die Möglichkeit etwa, Filme oder Bilder darzustellen, oder auch nur, die Smart Clock von Lenovo mit einem Bluetooth-Lautsprecher zu verbinden. 100 Fr. kostet der Lenovo-Wecker im Handel. Für seinen begrenzten Funktionsumfang ist das zu teuer.

, Closing Bell / Getestet