Getestet

Lenovo Yoga Book C930

Tablet, E-Book-Reader oder gar Laptop? Das Yoga Book C930 von Lenovo will alle drei sein. Auf einmal. Doch wie sollte es anders sein: Das Gerät des chinesischen Herstellers glänzt nun in keiner Disziplin. Und doch ist dem Unternehmen erneut ein aussergewöhnliches Produkt gelungen, das keine Konkurrenz scheuen muss, denn es hat keine – und hat den Nutzer gleich mehrfach in Staunen versetzt.

Der erste Wow-Effekt folgt schon nach der Lieferung. Das knapp 800 Gramm schwere Yoga Book misst lediglich 261 mal 179 Millimeter – gar weniger als 10 Millimeter in der Höhe. Also nur ein paar Millimeter mehr als ein Apple iPad. Das Gerät öffnet sich durch Klopfen auf den Display-Deckel. Auch das sorgt für Staunen.

Doch wie um Himmels Willen passt eine Tastatur in ein so schmales Ding? Die Antwort: gar nicht. Das Yoga Book hat keine herkömmliche physische Tastatur. Stattdessen besitzt es ein E-Ink-Display mit hoher Auflösung dort, wo eigentlich die Tasten sein sollten. Und wenn Schreibarbeit gefragt ist, wird eben per elektronischer Tinte das Keyboard eingeblendet. Auf «Tastendruck» gibt das Gerät dann einen Klickton von sich oder vibriert. Mit etwas Übung funktioniert sogar das Blindtippen – allerdings mit mehr Fehlern als sonst. Gewöhnungsbedürftig ist zudem das kleine Touchpad, das auf Knopfdruck an- und ausgeschaltet werden muss, um Fehleingaben zu verringern.

Das E-Ink-Display lässt sich aber auch zur Eingabe per Stift nutzen. Dann können Notizen elektronisch per Stift gemacht werden – oder auch Zeichnungen. Der Eingabestift liegt bei. Schliesslich lässt sich noch wunderbar lesen auf dem E-Ink-Bildschirm, seit kurzem in PDF-, ePub- oder Textformat. Der Spass endet wegen fehlender Hintergrundbeleuchtung jedoch schnell, wenn es zu dunkel wird.

Das Innere des Yoga Book ist weder für Spiele noch für aufwendige Grafikarbeiten gemacht. Zum Surfen, für Office-Tätigkeiten und den einen oder anderen Film eignet sich das Gerät aber wunderbar, auch dank brillantem Display. Sogar der Ton ist für so ein schmalbrüstiges Gerät brauchbar. Der Akku hält einen Arbeitstag und einen Filmeabend knapp durch. Ab 1000 Fr. ist das Yoga Book C930 zu haben. Ein innovatives Stück Technik, das vieles ziemlich gut beherrscht, aber nichts perfekt.

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