Getestet

Neo Smartpen N2

Nach einer langen Sitzung noch seitenweise Notizen für die Arbeitskollegen abtippen? Nein, danke. Da erscheint ein Smartpen, der Geschriebenes automatisch digitalisiert und in Computerschrift umwandelt, als reizvolle Alternative. Vom Gefühl her unterscheidet sich der Neo Smartpen N2 tatsächlich kaum von einem  herkömmlichen Kugelschreiber. Zwar ist der Stift breiter und mit 22 Gramm auch schwerer als herkömmliche Stifte ausgefallen, dank einer dreieckigen Form lässt er sich aber trotzdem gut greifen und rutscht weniger schnell aus der Hand als beispielsweise Apples Pen.

Vom Stift übertragen werden die Daten via Bluetooth. Unterstützt werden iOS und Android. Aufgezeichnet werden die Notizen mit einer Minikamera, welche vorne im Stift versteckt ist. Zum Speichern und Weiterbearbeiten gibt es eine App, auf der die Texte oder Skizzen in verschiedenen Notizbüchern abgespeichert werden können. Die Übertragung funktioniert gut. Praktisch simultan erscheinen die Buchstaben auf Papier und im Smartphone. Das klappt jedoch nur auf speziell codiertem Papier, das zusätzlich noch gekauft werden muss. Darauf sind kaum sichtbare Linien und Zeichen angebracht, welche die Position des Stifts auf der Seite bestimmen. Praktisch: Der Smartpen funktioniert auch ohne App. Maximale Betriebszeit laut Hersteller sind fünf Stunden. Die Notizen können dann auf das Smartphone oder Tablet hochladen, wenn der Stift wieder verbunden ist. Das spart Akku.

Im Test hält der Neo Smartpen N2 trotzdem nicht alles, was er verspricht. Beim nachträglichen Hochladen von Texten kam es zu Lücken. Auch funktionierte die Texterkennung nur mit Englisch und nicht mit Deutsch. Für einen Preis von 179 Fr. plus der Kosten für den Spezialnotizblock drängt sich die Nutzung nicht auf. Der Smartpen bleibt eine Spielerei. Wer sich ernsthaft mit der Digitalisierung von geschriebenem Text beschäftigt, findet bei der Konkurrenz ausgereiftere Lösungen, die auch mehr können als Stift und Papier.

, Closing Bell / Getestet

Leser-Kommentare