Getestet

Nokia 7.2

Nokia – der Name hat in der Smartphonewelt noch immer einen guten Klang. Zumindest bei den Über-40-Jährigen. Die kennen die finnischen Handys noch aus ihrer Jugend. Zwar steht nun ein neues Unternehmen dahinter, doch mit dem Nokia 7.2 ist HMD Global, Lizenznehmer der Marke mit Sitz ebenso in Finnland, ein wirklich schönes Smartphone gelungen. Leider kann es nicht alle Erwartungen erfüllen – und kämpft gegen starke Rivalen.

HMD Global liegt dank der Marke Nokia im deutschsprachigen Raum auf dem vierten Platz unter den Smartphoneherstellern. Dabei ist das Unternehmen erst vor knapp drei Jahren an den Start gegangen. Nachdem die Mobiltelefonsparte von Nokia 2013 an Microsoft ging, wenig später scheiterte, haben sich bei HMD viele Ex-Nokianer zusammengefunden, die Geräte in China produzieren lassen. Das 7.2 ist ein Ergebnis dieser Zusammenarbeit. Besonders das Design sticht hervor: In einer Welt, in der sich die Smartphones mehr und mehr ähneln, setzt das Nokia-Gerät Akzente. Der grüne Farbverlauf des Testgeräts soll an Polarlichter erinnern. Nun ja, schön ist es in jedem Fall. Das 6,3-Zoll-Display mit kleiner Aussparung für Kamera und Sensoren dominiert die Front, umgeben allerdings von einem recht breiten Rahmen mit Nokia-Schriftzug.

Auf der Rückseite des Geräts stechen die drei Kameralinsen samt Blitz sowie der Fingerabdrucksensor hervor. Die 48-Megapixel-Kamera mit Linsen des deutschen Optikspezialisten Zeiss soll das gewichtigste Argument für das Smartphone sein – was nicht klappt. Die Kooperation zwischen Nokia und Zeiss hat schon viele hervorragende Kamera-Smartphones hervorgebracht. Das 7.2 gehört nicht dazu. Das Gerät liefert matschige Bilder in teils unnatürlichen Farben. Schade. Schuld daran scheint mehr die Software als die Optik mit guter Lichtstärke und recht grossem Sensor. Besser wird es, wenn die Google-Kamera-App auf dem 7.2 installiert wird. Aber wer macht das?

Gut: Auf dem Nokia 7.2 läuft Android One. Das sorgt für Softwareupdates seitens Google für die nächsten drei Jahre. Eine Kaufempfehlung verdient das Gerät dennoch nicht. Erst müssen die HMD-Ingenieure bei der Kamerasoftware nachbessern. Für die 280 Fr., die das Gerät kostet, gibt es aus Fernost Besseres.

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