Getestet

Oculus Quest 2

Im Pandemiewinter muss man aufpassen, dass einem nicht die Decke auf den Kopf fällt. Wie wäre es da, in einem mittelalterlichen Dorf gegen Monster und Drachen zu kämpfen? Oder in einen Rundflug über Manhattan ein­zusteigen? Solches verspricht virtuelle Realität (VR). Mit der VR-Brille Quest 2 der Facebook-Tochter Oculus gibt es seit September zum Einstieg ein neues Massenprodukt. Es kostet ab 400 Fr. und ist ein technisch ausgereiftes Gadget, das sofort einsatzbereit ist. Eine Verbindung zu einem Computer ist nicht not­wendig, die Brille verbindet sich per WLAN mit dem Internet. Die Pflicht, sich mit einem Facebook-Konto einzuloggen, ist eine bittere Pille für datenschutzbewusste Nutzer.

Die Bedienung der virtuellen Welt mit den zwei Controllern ist kinderleicht, für die meisten Spiele braucht man nur wenige Minuten, um sich zurechtzufinden. Am meisten Spass machen anfangs einfache Bewegungsspiele, etwa «Beat Saber» oder «Audio Trip», in denen man zu einem schnellen Soundtrack Objekte treffen und Hindernissen ausweichen muss. Bei «The Thrill of the Fight» kommt Adrenalin auf – man steht Preisboxern mit übler Visage im Ring gegenüber. Und in «Dance Central» muss man Choreografien möglichst genau nachtanzen. Im Lockdown bieten solche Spiele eine amüsante Möglichkeit, in Bewegung zu bleiben.

Da in diesen Umgebungen keine Diskrepanz zwischen den Bewegungen und der Wahr­nehmung der Augen aufkommt, bleibt einem Schwindel erspart. Anders ist es etwa beim Zombie-Spiel «The Walking Dead». Hier bewegt man sich durch die stimmungsvolle, apokalyptische Landschaft eines verfallenen New Orleans per Klicks auf den Controllern. Da die Bewegungen im Spiel vom Körper nicht mitgemacht werden, wird der Gleichgewichtssinn gestört – nach einer Viertelstunde muss der empfindliche Tester die Brille abnehmen.

Die meisten Spiele im Oculus Store kosten 10 bis 40 Fr. Man kann sie ohne Verpflichtung ausprobieren: Innerhalb von vierzehn Tagen wird der Preis bei Nichtgefallen erstattet, hat man weniger als zwei Stunden gespielt. Auf diese Weise findet jeder ­etwas – und der Spass mit der Quest 2 ist den Preis wert.

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