Getestet

Pure Evoke H6

Pure – rein – der Markenname tönt vielversprechend. Mit seinem High-End-Gerät, dem Evoke H6, will der Londoner Radiohersteller gemäss eigener Webseite «kristallklares Digitalradio» in den Wohnbereich bringen. Die Installation ist einfach, nach wenigen Sekunden hat der DAB+-Empfänger Dutzende Sender gefunden, und die Bedienung des Radios gelingt auf Anhieb mithilfe weniger Knöpfe am Gerät – auch ohne Konsultation der Anleitung. Das einzige, das für die optimale Handhabung fehlt, ist eine Fernbedienung, um bequem vom Sofa aus den Sender zu wechseln.

Die Tonqualität ist dagegen ernüchternd. Reinheit ist anders: Weder im Wohnzimmer noch in der Küche oder im Bad erklingt auf Anhieb klare Musik. Mit den Standardeinstellungen klingt alles gedämpft. Die Radiomoderatorin hört sich an, als würde sie mit zehn Meter Abstand ins Mikrofon sprechen. Insbesondere Bässe sind kaum wahrnehmbar. Dank der programmierten Equalizer-Einstellungen wird das Klangerlebnis zwar etwas besser. Radio Swiss Jazz hört sich mit dem Jazzprogramm nicht mehr wie ein trockenes Saxofon an. Doch im Vergleich zu einfachen und vor allem einiges günstigeren Lautsprechern kann sich das Evoke H6 nicht abheben. Zudem fällt auf: Je lauter die Musik abgespielt wird, desto schlechter ist die Qualität.

Etwas angenehmer ist der Ton beim Abspielen von herkömmlichem Hörfunk über FM-Frequenzen oder beim Musikhören mit der vorhandenen Bluetooth-Verbindung – einer der Vorteile gegenüber den kleineren und günstigeren Geräten von Pure. Wie die meisten Radios des Herstellers kommt das Evoke H6 mit einer Weckfunktion daher. Nettes Detail: Der Alarm lässt sich durch Berühren des Griffs abstellen respektive verschieben. Doch auf einem durchschnittlichen Nachttisch hat das Gerät kaum Platz. Ohnehin wirkt es eher bullig und im Vergleich mit dem kleineren Evoke H4 geradezu unelegant. Radio-Fans sollten die rund 250 Fr. in etwas Besseres investieren.

, Closing Bell / Getestet

Leser-Kommentare