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Redmi Note 8 Pro

Paranoid darf nicht sein, wer sich ein Redmi Note 8 Pro des Smartphone-Herstellers Xiaomi zulegt. Die Chinesen verlangen eine Anmeldung beim Start des Handys und speichern eine Vielzahl von Daten. Na ja, Google macht es nicht anders. Bedenken also beiseite: Das Mittelklassegerät lässt für den Preis kaum Wünsche offen und ist beinahe konkurrenzlos.

Xiaomi, gegründet 2010, hat nach dem Börsendebüt vergangenes Jahr Europa für sich entdeckt. Gemäss Zahlen der Marktforscher von Canalys kam sie im dritten Quartal im europäischen Smartphone-Markt auf einen Anteil von 10,5% – ein jährlicher Zuwachs von 73%, so viel wie kein anderer in einem schwächelnden Umfeld. Kein Wunder, schaut man sich ein Gerät wie das Redmi Note 8 Pro an. Redmi, so heisst die Marke für günstige Geräte von Xiaomi. Und günstig bedeutet nicht billig.

Verarbeitung und verwendete Materialien sind tadellos. Die Front dominiert ein 6,53 Zoll grosses  Display mit kleiner Aussparung für Sensoren. Vorder- wie Rückseite bestehen aus kratzresistentem Gorillaglas der fünften Generation. Hier sparen viele andere Hersteller von Mittelklassegeräten. Das 8 Pro macht so einen wertigen Eindruck, wiegt aber auch mehr als viele Konkurrenzprodukte: 200 Gramm. Es wird von einem potenten Mediatek-Prozessor angetrieben, sodass auch aufwendige Spiele nicht ruckeln. Ein Highlight bilden die vier Kameralinsen, eine speziell für Makroaufnahmen. Bei Tageslicht überzeugen die Fotos – mit einer Auflösung von maximal 64 Megabyte. Leider enttäuscht die Makrolinse, Bilder verwischen schnell. Hier wäre mehr drin gewesen.

Die Xiaomi-eigene Oberfläche namens MIUI braucht etwas Eingewöhnung, allerdings auch nicht mehr als bei Huawei oder Samsung. Im chinesischen Heimatmarkt finden sich auf dem Gerät nur Zusatzprogramme von Xiaomi, bei solchen, die für den Export bestimmt sind, auch solche von Google. So kommen Besitzer von Xiaomi-Geräten in den zweifelhaften Genuss, dass ihre Daten nach China und in die USA wandern. Dessen muss man sich bewusst sein. Immerhin spiegelt sich das im Preis: Ein Redmi Note 8 Pro gibt es um 250 Fr. Hier können die meisten Rivalen nicht mithalten. Konkurrenz kommt vor allem aus dem eigenen Haus, durch viele andere Mi-Geräte.

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