Getestet

Tag Heuer Connected

Bislang war Tag Heuer der einzige traditionelle Uhrenhersteller, der im Bereich Smartwatch richtig Fuss gefasst hat. Bald gibt es Schweizer Konkurrenz von Tissot, Tag Heuer legt aber schon mal vor: Die dritte Generation der Computeruhr Connected setzt erneut Massstäbe bei der Verarbeitung. Das Gehäuse aus Edelstahl macht der edlen Herkunft alle Ehre. Schade, dass sich der Computer nicht mehr durch ein mechanisches Uhrwerk tauschen lässt, wenn sein Lebenszyklus abläuft. Wahlweise besteht das Armband aus Edelstahl oder Kautschuk, beide Versionen lassen ebenfalls keine Wünsche offen. Hinter dem kratzfesten Saphirglas leuchten detailreiche Zifferblätter auf, die individuell angepasst werden können. Mit 1750 Fr. in der günstigsten Ausführung hat die Designkunst aber ihren Preis.

Dank neu integriertem Herzsensor und GPS-Empfänger macht Tag Heuer einen grossen Schritt auf die Sportler innerhalb der Zielgruppe zu. Die eigens kreierten Anwendungen für Golf, Radfahren oder Laufen unterstreichen die Ambitionen als Sportuhr, während Grösse und Gewicht dabei eher hinderlich sind. Das Betriebssystem kommt von Google und somit wichtige Apps zur Navigation, zum Bezahlen oder zum Musikhören. Ob das ein Pluspunkt ist, bleibt dahingestellt. Google vernachlässigt das hauseigene Smartwatch-System in jüngster Zeit leider. Abstriche müssen teils bei der App-Geschwindigkeit und der Kommunikation gemacht werden. Anders als etwa bei der Apple-Konkurrenz antwortet der Sprachassistent nur schriftlich –  ein Lautsprecher fehlt.

Ein weiterer Schwachpunkt ist die Energie. Bei ordentlicher Aktivität mit Beobachtung von Herzfrequenz und Standort hält der Akku etwa einen Tag. Klar, Tag Heuer positioniert sich ­bewusst im Luxussegment. Trotzdem muss die Marke den Vergleich mit weniger teuren Produkten ertragen. Wer diese Uhr kauft, entscheidet sich bewusst für Tradition und kostspielige Uhrmacherkunst. Alle anderen sind bei der jüngeren Konkurrenz besser aufgehoben.

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