Getestet

Withings Sleep Analyzer

Jeder dritte Schweizer, so besagen Umfragen, hat Mühe mit Ein- und Durchschlafen. Um mehr Erkenntnisse über das Schlafverhalten zu sammeln, gibt es seit zwei Jahren die Schlafmatte Sleep von Withings. Die französische Firma, die einst zu Nokia gehörte, hat das Produkt runderneuert: Der Sleep Analyzer erfasst nicht nur den Schlaf, sondern auch möglichen Atemstillstand in der Nacht. Und das nach eigenen Angaben auf klinischem Niveau.

Wie beim Vorgänger geht die Installation kinderleicht von der Hand: Die Schlafmatte wird auf Brusthöhe unter die Matratze gelegt, per USB-Kabel an den Strom angeschlossen und dann noch über Bluetooth-Funk mit der ­Withings-App auf dem Smartphone verbunden. Das war’s schon. Nun beginnt die Aufzeichnung des Schlafs automatisch, sobald man sich ins Bett legt. Ein Drucksensor zeichnet Bewegungen, Herz- und Atemfrequenz auf. Ein Algorithmus wertet die Daten aus. Für die, die sensibel auf Elektrosmog reagieren, scheidet eine solche Lösung natürlich aus.

Alle anderen können am nächsten Morgen in der App ihre Schlafdauer einsehen, die Schlaftiefe, mögliche Unterbrechungen, Schnarcher, die Herzfrequenz in der Nacht – und neu Zeiten mit Atemaussetzern. Der Sleep Analyzer wurde dafür mit Schlafmedizinern des Krankenhauses Béclère in Paris entwickelt und anhand von Daten aus der dortigen Polysomnographieanalyse getestet. So zeigt die Withings-App nun den medizinischen Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) via Ampelsystem an. Zudem sind zwei Test-Fragebögen in die App integriert, um das Ergebnis weiter zu verbessern. Wer will, kann sich einen Gesundheitsbericht für seinen Arzt zusammenstellen lassen.

Das alles macht einen ordentlichen Eindruck. Die Daten stimmen recht gut mit denen eines Fitnesstrackers überein, der zur Kontrolle am Handgelenk getragen wurde. Allerdings bleibt die Auswertung doch oberflächlich. Auch wer an Apnoe leidet, bekommt nur erste Anhaltspunkte. Der Spruch «Schlaflaborergebnisse zu Hause», mit dem Withings wirbt, wird so nicht erfüllt. Für alle anderen reichen Apple Watch, Fitbit & Co. nachts auch. Besitzer der alten Matte sollen via Softwareupdate einen Teil der neuen Funktionen bekommen. 125 Fr. sind für das Nischenprodukt zu viel Geld.

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