Getestet

Xiaomi Mi 10 Pro

Die Chinesen spielen in der Smartphone-Liga ganz oben mit, keine Frage. Eindrücklich beweist das Xiaomi mit dem Mi 10 Pro. Das Flaggschiffgerät des Herstellers aus dem Reich der Mitte lässt kaum Wünsche offen. Das hat natürlich seinen Preis. Kritisch wird es allerdings mit Blick auf den Datenschutz.

Das Glasgehäuse des Mi 10 Pro ist chic, aber ziemlich rutschig. Eine Schutzhülle hilft. Fast sieben Zoll misst das Display des Smartphone. Es wölbt sich leicht über den Rand und nimmt die gesamte Front ein, bis auf eine wirklich kleine, runde Aussparung oben links für die Frontkamera. Der Amoled-Bildschirm leuchtet sehr hell und stellt Farben natürlich dar. Auf 2340 mal 1080 Pixeln werden die Inhalte mit 90 Hertz dargestellt. Auf der Rückseite finden sich vier Linsen, die leicht aus dem Gehäuse hervorstehen: die Hauptkamera mit 108 Megapixeln, ein Teleobjektiv sowie eine Teleoptik und schliesslich eine für Ultraweitwinkel. Das komplette fotografische Spektrum wird damit abgedeckt: von der Gebäudeaufnahme im Weitwinkel bis zu Fotos von Details mithilfe des Zehnfach-Zooms. Sogar Makrobilder gelingen. Insgesamt gefallen die Aufnahmen. Wie bei so vielen China-Smartphones aber wirken die Farben hin und wieder unnatürlich. In erster Linie fällt beim Bedienen des Mi 10 Pro das rasante Tempo auf, mit dem Eingaben bearbeitet werden. Da ruckelt nichts. Besonders gut gelungen auch die Stereo-Lautsprecher: Dank ihnen und dem grossen Display macht das Schauen von Filmen richtig Spass. Das Smartphone bietet dafür 256 Gigabyte Platz, der sich nicht mehr erweitern lässt. Trotz energiehungriger Hardware hält das Mi 10 Pro locker länger als einen Tag durch. Der Akku lässt sich mit dem mitgelieferten 65-Watt-Ladegerät in weniger als einer Stunde voll laden.

Auf dem Mi 10 Pro läuft mit MiUI 12 ein modifiziertes Android. Xiaomi hat einen guten Ruf, was die Regelmässigkeit von Updates angeht. Nicht ganz so gut ist das Renommee in Sachen Datenschutz. Wer ein Xiaomi-Gerät sein Eigen nennt, muss sich bewusst sein, dass viele ­seiner Daten in die USA zu Google und nach China zu Xiaomi fliessen. Wen das allerdings nicht stört, der ­erhält für  900 Fr. ein Top-Smartphone, das den Vergleich mit Apple, Samsung & Co. nicht scheuen muss.

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