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Xiaomi Pocophone F1

Pocophone haben die Manager der chinesischen Xiaomi eines ihrer jüngsten Geräte genannt. Also etwa «kleines Handy». Mehr Bescheidenheit geht kaum. Das Kleine bietet die volle Leistung, die sonst nur Flaggschiffgeräte aufbieten. Käufer erhalten ein tolles Gerät mit einigen Macken, vor allem die Software stört.

Von wegen billiger Chinese. An der Verarbeitung des Poco gibt es nichts zu mäkeln. Das ist kein Wunder. Denn Hersteller Xiaomi ist im Juli an die Börse gegangen, mit nicht weniger als dem Ziel, die Welt zu erobern. Im Heimatmarkt China liegt die 2010 gegründete Gesellschaft weit vorne. Weltweit kommt sie mit 9,7% Marktanteil auf Platz vier. Anders als viele etablierte Unternehmen wächst sie stark.

Das liegt auch an Geräten wie dem Pocophone. Das Design ist gefällig: Rückseite aus Kunststoff, Vorderseite bis auf die Notch für Kamera und Sensoren aus Glas. Das Pocophone nutzt eine ältere Version des stabilen Gorilla Glass. Kratzer gibt es so trotz behutsamen Gebrauchs relativ schnell. Irgendwo muss gespart werden. Auch NFC fehlt, sodass das Smartphone als mobiles Zahlungsmittel nicht taugt.

Sonst vermisst man wenig. Das 6,18-Zoll-Display löst hoch auf und ist gut abzulesen, ausser in direktem Sonnenlicht. Der superschnelle Qualcomm-Chip im Pocophone findet sich auch in viel teureren Flaggschiffgeräten. Dazu kommen üppige 6 Gigabyte Arbeitsspeicher sowie 64 Gigabyte Speicher, die sich per SD-Karte erweitern lassen. Die Dualkamera macht starke Bilder. Die Akkulaufzeit weiss zu überzeugen: Die Batterie ist dank QuickCharge schnell geladen und hält problemlos länger als einen Tag. Den beiden Lautsprechern dagegen mangelt es an ausgewogenem Klang.

Gewöhnungsbedürftig bleibt die Software des Geräts. Xiaomi stülpt das eigene System MIUI über die Android-Oberfläche. Auch wer das Google-System gewohnt ist, muss sich kräftig umgewöhnen, bis er alles wiederfindet.

Das Pocophone F1 von Xiaomi ist nicht ohne Tadel und kein «Flaggschiff-Killer», wie es oft heisst. Das Gerät ist aber mehr als solide. Das Beste bleibt der Preis. Es kostet um 350 Fr. Dafür gibt es von anderen schlechter ausgestattete Smartphones oder High-End-Geräte von Samsung oder Apple älteren Datums.

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