Getestet

Korg Volca Drum

Seit einigen Jahren erfreuen sich die Volcas des japanischen Synthesizerherstellers Korg grosser Popularität. Und das zu Recht. Zum einen nehmen sie mit Massen von 20 auf 10 Zentimeter kaum Platz ein. Zum anderen sind sie dank Preisen um 150 Fr. selbst für ein schmales Budget erschwinglich. Zu den jüngeren Vertretern der Serie, die regelmässig um neue Modelle erweitert wird, zählt der 2019 lancierte Volca Drum – ein digitaler Synthesizer, der seine Stärken in der Erstellung perkussiver Sounds und Rhythmen ausspielt, dabei aber deutlich über einen herkömmlichen Drumcomputer hinausgeht.

Die Sounds können auf mannigfaltige Weise verändert werden – auch weil sich jeder Klang aus zwei Schichten zusammensetzt, die sich getrennt voneinander manipulieren lassen. Nicht nur perkussive Schlagzeugsounds wie Bassdrum, Snare oder Hi-Hat sind damit möglich, sondern auch flächigere, synthesizerartige Klänge. Im Gegensatz zu den anderen Modellen verfügt der Volca Drum über einen kleinen LCD-Bildschirm, der die Navigation spürbar erleichtert. Jedes Drumkit besteht aus sechs Sounds respektive Stimmen, die gleichzeitig wiedergegeben werden können. Für die Komposition der Rhythmen kommt der aus sechzehn Schritten bestehende Sequencer zum Zug, der mit intuitiver Handhabung glänzt.

Nach mehreren Wochen mit dem Gerät wird klar: Der Volca Drum hat deutlich mehr unter der Haube, als man ihm zu Beginn zutrauen würde. Spontanes Jammen ist ebenso möglich wie das kreative Austüfteln eigener Sounds. Der Preis von rund 150 Fr. ist für die gebotenen Möglichkeiten mehr als fair. Allerdings bergen die kompakten Masse auch Nachteile. So kommt es öfters vor, dass man beim Editieren von Sounds verrutscht und die Parameter eines anderen Klangs ungewollt verändert. Zudem kann man im tiefen Frequenzbereich nicht die Durchschlagskraft eines «ausgewachsenen» Synthesizers erwarten.

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