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Gewinneinbruch bei BASF

Der Chemiekonzern hat im dritten Quartal unter dem Handelskonflikt zwischen den USA und China gelitten.

(Reuters) BASF (BAS 43.54 2.56%) kämpft wegen der mauen Weltkonjunktur mit niedrigeren Preisen und einer schleppenden Nachfrage der Kunden. Im dritten Quartal fiel der bereinigte operative Gewinn (Ebit) um fast ein Viertel auf 1,1 Mrd. €, wie der Chemiekonzern am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz sank 2% auf 15,2 Mrd. €.

Unter dem Strich verdiente BASF 911 Mio. € nach 1,2 Mrd. vor Jahresfrist. «Besonders der Handelskonflikt zwischen den USA und China belastet unser Geschäft. Hinzu kommen die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit», sagte Vorstandschef Martin Brudermüller. Ausserdem sank die Produktion in der Autoindustrie – die grösste Kundengruppe von BASF

Der BASF-Chef bekräftigte die im Sommer gesenkte Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Demnach rechnet er weiter mit einem Rückgang des bereinigten operativen Gewinns um bis zu 30%. Beim Umsatz erwartet er einen leichten Rückgang.

BASF war ursprünglich in diesem Jahr von einer leichten Erholung der Autoindustrie, einer Entspannung des Handelskonflikts zwischen den USA und China und einem Brexit ohne grössere Verwerfungen ausgegangen. Doch es kam anders. Die Hängepartie um den geplanten Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union hält immer noch an, auch haben sich die Handelskonflikte nicht entschärft.

Im dritten Quartal setzten BASF vor allem deutlich niedrigere Preise bei den Kunststoffvorprodukten TDI und MDI zu. Belastend wirkten sich zudem geplante Wartungsabstellungen der petrochemischen Grossanlagen (Steamcracker) und rückläufige Margen bei Crackprodukten aus.

Rund lief es dagegen etwa im Geschäft mit Katalysatoren. Zudem erholte sich das Agrargeschäft dank eines guten Saisonstarts in Südamerika wieder, das in der ersten Jahreshälfte noch unter den Überschwemmungen in den Farmstaaten im Mittleren Westen der USA gelitten hatte.

Die Chemiebranche gilt als wichtiger Konjunkturindikator, da ihre Produkte praktisch in allen grossen Industriezweigen benötigt werden. Der Branchenverband VCI senkte wegen der unsicheren wirtschaftlichen Aussichten bereits mehrmals seine Prognose für dieses Jahr. «An den ungünstigen Rahmenbedingungen können wir nichts ändern», sagte Brudermüller.

BASF arbeite deshalb mit Hochdruck weiter an seinem Konzernumbau, der auch den Abbau von weltweit 6000 Stellen vorsieht. Bis Ende September wurden rund 1800 Positionen gestrichen. Sein Sparprogramm hat BASF beschleunigt und erwartet daraus in diesem Jahr erste positive Beiträge zum Betriebsgewinn (Ebitda) von rund 500 Mio. €. Dem stünden jedoch auch Einmalkosten der beschleunigten Umsetzung in ähnlicher Grössenordnung entgegen.