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Glarner Kantonalbank gibt Robo Advisor auf

Aufgrund geringer Marktanteile beendet die Kantonalbank die Übung mit ihrem Investomat. Die Branche hat es in der Schweiz allgemein schwer.

Die Glarner Kantonalbank (GLKBN 27.70 -2.81%) (GLKB) stellt ihr Robo-Advisor-Angebot Investomat.ch per Ende November 2019 ein. Sie schreibt in einer Mitteilung vom Mittwoch, es sei auf zu geringe Nachfrage gestossen.

Generell haben laut GLKB die Robo Advisors in der Schweiz bisher nur geringe Marktanteile gewinnen können. Eine Trendwende sei diesbezüglich in absehbarer Zeit nicht zu erwarten, heisst es weiter.

Hohe Volumen notwendig

Zahlreiche Robo-Advisor-Angebote wurden in den vergangenen Jahren hierzulande wie auch international lanciert, von Start-ups und etablierten Banken. Zu den ältesten in der Schweiz gehören dabei die Angebote von True Wealth (Start-up) und das der Onlinebank Swissquote (SQN 162.80 +0.25%).

Doch auch nach Jahren verwalten beide nur rund 200 Mio. Fr. auf ihren Plattformen. Zu wenig, um das Geschäft profitabel zu betreiben. Die meisten Anbieter geben nicht an, wie viel Vermögen sie verwalten. Auch die GLKB machte zu ihrem Investomat keine Angaben.

Dabei ist es für diese Angebote entscheidend, schnell hohe Vermögen auf ihre Plattformen zu bekommen. Denn die beiden vorrangigen Unterscheidungsmerkmale zur klassischen Vermögensverwaltung sind die tiefen Kosten, die die Anbieter verlangen, und die tiefen Einstiegsvermögen, die über die Plattformen bereits angelegt werden können. Die Robo-Advisor-Gesellschaften müssen ihre Plattformen also rasch mit hohen Volumen auslasten, um bei den sehr dünnen Margen profitabel wirtschaften zu können.

In einem kleinen Markt wie der Schweiz ist das aber um einiges schwerer als in Deutschland, Grossbritannien oder den USA. Dort haben die europa- und weltweit grössten Robo Advisors ihr Domizil und haben ihrerseits zu kämpfen, selbst wenn ihre verwalteten Vermögen bereits die Milliardengrenze überschritten haben.

GLKB hat andere Stärken

Die GLKB ihrerseits will sich nun auf sogenannte hybride Anlagelösungen konzentrieren, die grossen Anklang bei der Kundschaft gefunden hätten. Sie kombinieren digitale Tools und Prozesse mit persönlicher Beratung. Ein solch hybrides Angebot hatte die GLKB im vergangenen Jahr eingeführt.

Die GLKB gilt punkto Digitalisierung als eine Vorreiterin unter den Schweizer Banken. Ihre Stärke liegt dabei vor allem in ihrem Online-Hypothekenangebot Hypomat.ch. Damit legte sie in den vergangenen Jahren ein starkes Wachstum hin.

Die Software dazu lizenziert sie auch an andere Banken und bietet mit der Tochter Kreditfabrik Banken und Versicherungen die Verwaltung derer Hypothekarportfolios an. Dort orten auch die Analysten der Zürcher Kantonalbank weiterhin das grösste Wachstumspotenzial der GLKB.