Unternehmen / Rohstoffe

Glencore besetzt Verwaltungsrat von Tochter Katanga neu

Der Rohstoffkonzern wechselt in seiner Bergbaufirma Katanga drei Verwaltungsräte aus. Die Umgestaltung ist Folge einer internen Untersuchung.

(AWP) Die Glencore-Tochter Katanga hat aufgrund einer internen Untersuchung zu Rechnungslegungspraktiken die Zahlen zum zweiten Quartal 2017 erst jetzt, gemeinsam mit den Zahlen zum dritten Quartal, publiziert. Die Untersuchung habe unter anderem grosse Schwächen in Sachen interne Kontrollen im Financial Reporting der an der Börse in Toronto kotierten Katanga Mining zutage gebracht, schreibt Glencore (GLEN 305.35 -0.42%) in einer Mitteilung vom Montag.

Die verschiedenen, insbesondere wegen zu hoch bewerteter Vorräte, vorgenommenen Anpassungen hätten in der Rechnung von Glencore jedoch keinen materiellen Einfluss, weder auf den Gewinn noch auf die Finanzposition oder die Cashflows, heisst es weiter.

Die Untersuchung hatte die Ontario Securities Commission (OSC) ins Rollen gebracht. Die Kommission hatte wegen Verdacht auf missverständliche Angaben in der Rechnung sowie wegen möglicher Probleme in der Corporate Governance, ein Enforcement-Verfahren eingeleitet. Zudem schaut sich die OSC auch die Offenlegung von Risiken im Zusammenhang mit internationalen Gesetzen zu Themen wie Bestechung, staatlicher Zahlungen und Korruptionsbekämpfung an. Man arbeite eng mit der Behörde zusammen, so die Minenbetreiberin.

Mit Blick auf die Überprüfung der Rechnungslegung haben die Katanga-Verwaltungsräte Liam Gallagher, Aristotelis Mistakidis und Tim Henderson ihren Rücktritt angeboten. Daraufhin hat Glencore drei neue Direktoren nominiert. Dazu zählt unter anderem Glencore-CFO Steven Kalmin, der gemeinsam mit den unabhängigen Verwaltungsräte die Sanierungsmassnahmen zur Stärkung der Corporate-Governance-, Compliance- und Kontrollprozesse von Katanga umsetzen soll.

Im zweiten und dritten Quartal 2017 weist Katanga, an der Glencore zu 86,3% beteiligt ist, wieder einen Umsatz aus. Dies nachdem das Unternehmen im ersten Quartal 2017 aufgrund des seit September 2015 anhaltenden Produktionsstopps keine weitere Erze abgebaut hatte und wegen Preisberechnungen und marktnaher Bewertung sogar ein negativer Umsatz resultiert hatte.

Für das zweite Quartal beläuft sich der Umsatz von Katanga auf 11,7 Mio. $ und im dritten Quartal waren es 5,88 Mio. In den ersten neun Monate kumuliert liegt der Umsatz bei 17,6 Mio. (VJ -30,1 Mio). Der Betriebsverlust steht nach neun Monaten auf Stufe Ebitda bei 195,2 Mio. (VJ -174,3 Mio.) und der den Aktionären zurechenbare Nettoverlust beläuft sich auf 342,8 Mio. (-306,7 Mio.).

Leser-Kommentare