Unternehmen / Rohstoffe

Glencore schreibt Verlust

Der Rohstoffkonzern leidet unter tiefen ­Rohstoffkosten. Die Dividende bleibt dennoch stabil.

Glencore (GLEN 213.60 -0.67%) ist 2019 wegen hoher Wertberichtigungen in die roten Zahlen gerutscht. Der in London kotierte Rohstoffkonzern mit Hauptsitz in Baar meldete unter dem Strich einen Fehlbetrag von 404 Mio. $. Im Vorjahr hatte er noch einen satten Gewinn von rund 3,4 Mrd. $ ausgewiesen.

Das Betriebsergebnis auf Stufe Ebitda sank 26% auf 11,6 Mrd. $. Grund dafür seien die anhaltenden Verhandlungen zum Handelsabkommen und die tiefen Preise für wichtige Rohstoffe, wird Glencore-CEO Ivan Glasenberg zitiert. Der Ebit brach gar 55% auf 4,2 Mrd. $ ein. ­Belastend wirkten ausserordentliche Abschreibungen auf die Werthaltigkeit ­diverser Abbaustätten.

Gewachsen ist dagegen der Schuldenberg. Per Ende 2019 betrug die Verschuldung 17,6 Mrd. $. Das entspricht einem Plus von 19% gegenüber Vorjahr. Trotz Verlust und der finanziellen Verschlechterung will Glencore den Aktionären eine Dividende von 0.20 $ je Titel entrichten. Ein neues Aktienrückkaufprogramm hat Glencore nicht aufgelegt, obwohl es das weiterhin zur Rückführung überschüssiger Barmittel an die Aktionäre bevorzuge, hiess es im vorläufigen Geschäftsbericht.

Mit Blick nach vorn blieb das Unternehmen vage, das Ziel eines Marketing-Ebit im Bereich von 2,2 bis 3,2 Mrd. $ wurde aber bestätigt. Auf kurze Sicht beobachte das Management die Entwicklung des Coronavirus und dessen mögliche Auswirkungen auf das globale Wachstum. Gegebenenfalls müsste die eigene Geschäftsplanung angepasst werden, fügte Glasenberg hinzu.

Konkretisiert hat Glencore die Klimaziele. Neu will der Baarer Konzern die indirekten Emissionen bis 2035 um 30% senken. Bis heute seien die direkten Emissionen schon 10% gesenkt worden. 2018 hatte Glencore mitgeteilt, die umstrittene Förderung von Kohle (Kohle 68.85 +0.29%) einzufrieren und keine neuen Volumen mehr kaufen zu wollen. Gänzlich aufgeben will der Konzernchef das Geschäft aber nicht.

Zudem kündigte Glasenberg wie erwartet an, dass Wechsel im oberen Management anstünden. «Sobald die neue Generation im Sattel sitze, ist es Zeit für mich, etwas Neues zu machen.» Der Südafrikaner ist im Januar 63 Jahre alt geworden und leitet den Konzern seit 2002. Von Analysten würde ein Generationenwechsel begrüsst. Spekuliert wird, dass ein neuer Chef die Sparte des kohlenstoffintensiven Abbaus von Thermalkohle abstossen könnte. In den letzten Jahren hatte Glencore praktisch nur Aktionärswert vernichtet. Die Aktien verloren am Dienstag zwischenzeitlich rund 3%.

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