Der reine Blick auf die Gefahrenkarte für die globale Konjunktur, wie sie anhand der Einkaufsmanagerindizes (PMI) der Industrie gezeichnet wird, erzählt nur die halbe Geschichte. Für viele Länder verharren die Frühindikatoren über der Wachstumsgrenze von 50 Punkten und damit im blauen Bereich der Darstellung. Doch das weltwirtschaftliche Geschehen zeigt sich deutlich komplexer, als dass ein Sammelindikator dem gerecht werden könnte. Selten war der Interpretationsbedarf der PMI höher als in dieser speziellen Phase der Weltwirtschaft.

Die Ergebnisse der Befragung der Einkaufsmanager von Schweizer Unternehmen stellen ein interessantes Anschauungsbeispiel dar. Entgegen dem allgemeinen Trend, hat der PMI der verarbeitenden Industrie hierzulande seine Abwärtsbewegung sogar gebremst und ist im März vom Vormonat um 1,4 Indexpunkte auf 64 geklettert – dies entspricht etwa dem Niveau zu Jahresbeginn, vor Ausbruch des Ukrainekriegs und den damit verbundenen Kostenexplosionen an allen Fronten.

Subindizes sind verräterisch

Zur Einordnung dieser Ergebnisse muss man zwei Besonderheiten der Berechnung des Hauptindex wissen: Zum einen fliesst die Subkomponente zu den Einkaufspreisen nicht in die Formel für den Hauptindikator mit ein. Dieser Subindex hat ein Niveau von 90,7 erreicht. Wie der Fachverband procure.ch und die Credit Suisse berichten, befürchtet jedes fünfte Industrieunternehmen angesichts der Preisexplosion für Rohstoffe und Vorprodukte Produktionsausfälle in den nächsten sechs Monaten. Etwa 23% der Befragten erwarten gar derart gravierende Ausfälle, dass Kurzarbeit droht.

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