Märkte / Aktien

Globaler Markt für Börsengänge bleibt schwach

Die Zahl der Börsengänge weltweit sei im dritten Jahresviertel um knapp ein Viertel gesunken.

(AWP) Unternehmen weltweit sind derzeit angesichts politischer Unsicherheiten und einer sich abschwächenden Konjunktur zurückhaltend mit Börsengängen (IPO). Die Flaute auf dem globalen IPO-Markt habe im dritten Quartal 2019 angehalten, schrieb das Beratungsunternehmen Ernst & Young (EY) am Mittwoch.

Die Zahl der Börsengänge weltweit sei im dritten Jahresviertel im Vergleich zum Vorjahr um knapp einen Viertel auf 256 gesunken, so das Communiqué. Betrachtet man das Emissionsvolumen aus den Börsengängen, dann ergibt sich ein Rückgang von 22 % auf 40 Mrd. $.

Ein uneinheitliches Bild zeigt sich in China: Während die im «Reich der Mitte» erzielten Emissionserlöse im dritten Quartal gegenüber dem starken Vorjahresquartal um beinahe einen Drittel auf 19 Mrd. $ eingebrochen sind, nahm die Zahl der Börsengänge von 83 auf 88 zu. Letzteres sei auch dank der erfolgreich eingeführten Technologiebörse STAR zustande gekommen, heisst es.

Durchwegs schwach entwickelte sich der US-Markt mit 39 Börsengängen (-30%) und einem Emissionsvolumen von 12 Mrd. $ (-6%). Derweil bewegten sich in Europa die Einnahmen aus Börsengängen mit 3,5 Mrd.$ in etwa auf Vorjahresniveau.

Allein der IPO des deutschen Software-Unternehmens Teamviewer hatte ein Volumen von rund 2,2 Mrd. eingespielt. Insgesamt ging die Zahl der IPOs an europäischen Börsen jedoch von 38 auf 22 zurück.

Kein Schweizer Börsengang

Ruhig blieb es im dritten Quartal in Sachen Börsengängen in der Schweiz: Kein einziges Unternehmen fand zwischen Juli und September den Weg an die Börse. Seit Jahresbeginn wagten hierzulande mit Aluflexpack (AFP 21.7 3.33%), Stadler Rail (SRAIL 48.72 0.37%), Alcon (ALC 56.75 -0.58%) und Medacta (MOVE 79 -1%) Group vier Firmen diesen Schritt.

«Der weltweite IPO-Markt befindet sich im Wartemodus», analysiert Jolanda Dolente, Leiterin Financial Accounting Advisory Services bei EY-Schweiz. Derzeit wagten sich vor allem Technologie- oder Gesundheitsunternehmen aus der Deckung. «Für IPO-Kandidaten aus anderen Branchen ist die Situation hingegen schwierig», ergänzt Dolente. «Die Investoren sind wählerisch und sehr vorsichtig.»

Mit Blick auf das letzte Jahresviertel sind die Aussichten laut Dolente «gemischt». Einerseits sorge in Europa der Brexit weiterhin für Unsicherheit, weltweit dämpfe der chinesisch-amerikanische Handelskonflikt das Vertrauen der Investoren, und schwache Wirtschaftsdaten führten immer wieder zu Konjunktursorgen. Andererseits führe die nun länger als erwartet andauernde Niedrigzins-Politik grosser Notenbanken für weiteren Anlagendruck auf Seite der Investoren. Vor diesem Hintergrund wachse die Pipeline hochwertiger IPO in Wartestellung weiter an.

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