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Globaler Zementmarkt schafft die Wende

Der Trend in der Zementbranche hat 2017 gedreht. Seit der Finanzkrise steigen Preise und Volumen erstmals wieder.

(Reuters) Erstmals seit der Finanzkrise hat der weltweite Zementabsatz im laufenden Jahr wieder zugelegt. Für 2017 geht die World Cement Association von einem Volumen-Anstieg um 1% aus, wie der Chef des Branchenverbandes, Emir Adiguzel, in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte. «Jedes Jahr seit 2009 ist die Zement-Nachfrage gesunken», erklärte Adiguzel, der auch Manager bei der deutschen HeidelbergCement (HEI 70.28 -0.96%) ist. «Aber 2017 hat der Trend dramatisch gedreht. Die Preise gehen weltweit hoch und die Volumen steigen erstmals seit der Finanzkrise sowohl in reifen Märkten als auch in Schwellenländern gleichzeitig.»

Im kommenden Jahr dürfte der Zementverbrauch um 1,5% anziehen. Treiber sei die aufgestaute Nachfrage in entwickelten Ländern, erklärte Adiguzel. Nach Jahren des Sparens werde wieder in Infrastruktur investiert. In Nordamerika rechnet der Zementverband für 2018 mit einem Plus von 6% nach 2% im laufenden Jahr. «Dieses Jahr war eine grosse Enttäuschung, doch nach den Wirbelstürmen gibt es in dem Land viel wiederaufzubauen», sagte Adiguzel. Das sind auch gute Nachrichten für Weltmarktführer LafargeHolcim (LHN 47.53 0.4%), der in der Region eine führende Stellung einnimmt.

Deutschland dürfte im kommenden Jahr 5% wachsen. Als Bremsklotz wirke China. Der weltgrösste Markt werde sich den Schätzungen des Verbandes zufolge angesichts der Abkühlung des Baubooms 2017 und 2018 seitwärts bewegen.

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