Märkte / Makro

«Globales Handelssystem ist in prekärem Zustand»

Simon Evenett, Professor für internationalen Handel und wirtschaftliche Entwicklung an der Universität St. Gallen, sagt, dass der Handelskrieg bis 2021 dauern und dann noch viel länger nachwirken wird.

Die Nachricht neuer Gespräche zwischen China und den USA Anfang Oktober brachte den gewünschten Effekt: steigende Aktienkurse, beruhigte Investoren. Doch kurzfristige Marktreaktionen werden den globalen und geopolitischen Ursachen und Konsequenzen des Handelsdisputs nicht gerecht. Simon Evenett, Experte für internationalen Handel, zeigt sich wenig optimistisch, dass bald eine Lösung erzielt werden kann.

Herr Evenett, das gängige Narrativ datiert den Start des Handelskonflikts auf Anfang 2018. Stimmt das?
Die Handelsrestriktionen gegenüber China begannen bereits bevor Donald Trump gewählt wurde. Während der Obama-Administration wurden in der Schwerindustrie verschiedene Massnahmen ergriffen, insbesondere im Bereich Stahl und Eisen. Zusätzlich haben US-Firmen Subventionen erhalten, die sowohl gegen in- als auch ausländische Konkurrenz schützen. Viele dieser Subventionen wurden von den Bundesstaaten gesprochen, nur wenige auf nationaler Ebene, aber die Auswirkungen sind dieselben.

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