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Hot Corner: Glück auf dem «Solarcoaster»

Die Papiere der deutschen Solarfirma SMA Solar rangieren mit einem Plus von mehr als 60% unter den fünf Besten im SDAX.

Eflamm Mordrelle

Wer in den letzten fünf Jahren den Erfolg mit Solaraktien gesucht hat, wurde enttäuscht. Man denke an die Kursentwicklung des Solarmaschinenbauers Meyer Burger (MBTN 0.3056 -10.17%). Doch es geht auch anders. Eine deutsche Solarfirma hat es im laufenden Jahr auf eine Spitzenperformance gebracht. Mit einem Plus von mehr als 60% rangieren die Papiere von SMA Solar (Frankfurt: S92, Börsenwert: rund 1,1 Mrd. €) unter den fünf Besten im SDAX.

Das 1981 aus der Universität Kassel heraus entstandene Unternehmen ist seit 2008 kotiert und im hessischen Niestetal beheimatet. Rund 3000 Mitarbeiter sind in achtzehn Ländern für SMA aktiv. Der Mittelständler stellt aber nicht Solarmodule her, sondern hat sich auf Elektrotechnik für Photovoltaikanlagen spezialisiert. Darunter fallen Stromwechselrichter für Solarmodule und Batteriespeicher, sowie Energiemanagementlösungen. Bei Wechselrichtern beansprucht SMA mit rund einem Fünftel Marktanteil die Führungsrolle.

Höhere Effizienz

Stromwechselrichter oder Inverter wandeln elektrische Gleichspannung, die aus den Solarmodulen kommt, in Wechselstrom, der in das Versorgungsnetz eingespeist werden kann. In einer Photovoltaikanlage erhöhen Wechselrichter zudem die Effizienz. Konkurrenten von SMA Solar sind die israelische Solaredge (SEDG 142.07 -0.09%) sowie Enphase Energy aus den USA. Immer mehr drängen auch chinesische Player in den Markt. Das drückt auf das Preisniveau und die Bruttomarge von SMA Solar.

Um den Margendruck abzufedern, haben sich die Hessen ein Sparprogramm verschrieben und eine chinesische Tochtergesellschaft abgestossen. Dennoch hat sich das rein operative Betriebsergebnis zuletzt halbiert. Auf den Stufen Ebit und Nettogewinn schreibt SMA rote Zahlen. Der Umsatz ist in den ersten neun Monaten derweil um ein Zehntel auf 631 Mio. € gestiegen, wobei sich die Anzahl verkaufter Megawatt um sogar ein Fünftel vergrössert hat.

Viel Cash

Dass eine Solarfirma Verlust schreibt, ist angesichts des volatilen Marktumfelds nicht ungewöhnlich. SMA Solar steht finanziell aber solide da. Die Kapitalquote übersteigt 40%, auf der Bilanz liegt mit 260 Mio. € viel Cash. Und die Auftragsbücher sind mit 800 Mio. € gut gefüllt. Der Solarmarkt bleibt knochenhart. Dank grossen Umsatzanteilen in Europa und Nordamerika ist SMA aber weniger den Launen Chinas ausgeliefert, dort stagniert gerade die Nachfrage.

Nicht nur die geografische, auch die Diversifikation auf Produktebene gibt SMA Stabilität. Sie wird durch ein bedeutendes Ankeraktionariat unterstützt – nur ein Viertel der Aktien ist frei handelbar. Trotzdem, das Leben für Solar-firmen (und ihre Aktionäre) wird eine Achterbahnfahrt bleiben. Sollte man dennoch das Anlegerglück auf dem «Solarcoaster» suchen, sind die SMA-Solar-Titel eine gute Anlaufstelle.