Märkte / Anleihen

Glücklich, wer verlinkt war

Mit inflationsindexierten Anleihen war bis vor kurzem gutes Geld zu machen. Doch die Inflationserwartungen in den USA tendieren nach unten.

Die Investoren, die im vergangenen Jahr den Inflationsprognosen der Ökonomen vertraut und diese richtungsweisenden Aussagen auch noch in die taktische Finanzanlage umgesetzt haben, können sich heutzutage glücklich schätzen. Damals wurde vorausgesagt, dass die Inflation anziehen werde. Wer nach der Delle im Coronajahr inflationsindexierte Anleihen mit langer Laufzeit kaufte, kann heute eine Rendite im zweistelligen Bereich einstreichen.

Denn was sonst Gift ist für Anleihen – steigende Inflation und höhere Zinsen –, kann den inflationsindexierten Obligationen, auch Linkers genannt, nichts anhaben. Diese Spezialform der Anleihen bietet Schutz vor Inflation, weil der Coupon und/oder der Nominalwert des Wertpapiers an einen Konsumentenpreisindex gekoppelt ist. Somit bieten die Linkers eine fixe reale Rendite, unabhängig von der Entwicklung der Teuerung.

Inflationserwartungen gehen zurück

Inflationsgeschützte Anleihen bieten den bestmöglichen Schutz vor der Teuerung, doch perfekt ist er nicht. Für einen vollständigen Teuerungsschutz müssten die Cashflows der Anleihen (Coupons und Nennwertrückzahlung) jeweils an den aktuellen Stand der Inflation angepasst werden. Dies ist jedoch in der Praxis nicht möglich, weil die Inflationsraten wegen der Dauer der Datenerhebung und der Berechnung stets mit einigen Monaten Verzögerung veröffentlicht werden. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?