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Gold im Bullenmarkt

Der Goldpreis steigt über 1270 $ je Unze. Das ist der höchste Stand seit dreizehn Monaten. Alle grossen Anlageklassen wurden damit seit Jahresanfang weit geschlagen.

Alexander Trentin

Mit einem Preis von 1273 $ je Unze notiert Gold heute Freitag so hoch wie seit dreizehn Monaten nicht mehr. In diesem Jahr konnte das Edelmetall in Dollar 20% hinzugewinnen und befindet sich damit in einem Bullenmarkt. Noch Ende 2015 kostete Gold nur 1061 $. Damals schien eine Investition in Gold wegen der Aussicht auf steigende Zinsen in den USA für die meisten Anleger keine Alternative mehr zu sein. Der Pessimismus nahm überhand.

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Quelle: Bloomberg

Für Franken-Anleger lag das Plus bei über 18% seit Anfang Jahr. Damit schlägt Gold die anderen Anlageklassen um Längen. Ob Aktien oder Anleihen – keiner kann Gold schlagen.

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Quelle: Bloomberg

Normalerweise steigt der Goldpreis, wenn die Zinsen überraschend fallen. Denn dadurch wird das Halten von Gold attraktiver, da das Edelmetall keine Rendite abwirft. Dieses Muster dominierte im Januar und Februar, als die Zinsen weltweit nach unten tendierten.

Doch die langfristigen US-Renditen sind zuletzt wieder gestiegen. Die Krisenangst flacht ab, die Aktienkurse erholen sich. Und trotzdem verliert der Goldpreis nicht an Schwung.

Grafik2Quelle: Bloomberg

Es gibt einen weiteren Grund, warum die Gold-Rally länger anhalten könnte. Die Bestände von börsengehandelten Fonds (ETF) auf Gold steigen immer weiter. In Unzen gerechnet wird nun so viel Gold durch Anleger gehalten wie seit September 2014 nicht mehr. Es scheint, dass diesmal die Privatanleger den Goldpreis stützen. Mit über 55 Mio. Unzen werden nun 17% mehr Gold in ETF gehalten als noch Anfang Jahr. Andere Erholungsbewegungen des Goldpreises, etwa Anfang 2015, waren nicht durch soviel Privatnachfrage gestützt.

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Quelle: Bloomberg

Fazit: Gold reagiert diesmal nicht bloss auf eine Änderung der Zinserwartungen wie 2015 und zu Beginn dieses Jahres. Die Anleger scheinen ihre Einstellung zu Gold als Investmentalternative zu überdenken. Hält dieser Trend an, könnte sich das Edelmetall trotz des Preissprungs weiterhin gut entwickeln.