Märkte / Rohstoffe

Gold setzt Aufwärtstrend fort

Der Preis für eine Unze Gold ist am Dienstag deutlich bis über 1600 $ gestiegen. Der jüngste Preisrutsch scheint damit vorerst beendet.

(AWP) Der Goldpreis hat am Dienstag an den deutlichen Anstieg zum Wochenstart angeknüpft und weiter deutlich zugelegt. Am späten Vormittag stieg der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) an der Börse in London bis auf 1596 $, nachdem das Edelmetall am Morgen bei 1607 $ und am Vorabend noch bei 1560 $ gehandelt worden war. Seit Beginn der Woche konnte der Goldpreis damit mehr als 6% zulegen.

Als Auslöser für den kräftigen Anstieg des Goldpreises gelten neue Krisenmassnahmen der US-Notenbank Fed, die am Montag verkündet worden waren. Die Zentralbank der grössten Volkswirtschaft der Welt versucht derzeit unter anderem mit unbegrenzten Anleihekäufen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise in den Griff zu bekommen.

«Die aktuellen Massnahmen der Fed sind deutlich aggressiver als bei der grossen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09», kommentierte Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank (CBK 3.499 5.17%). Das verdeutliche, wie ernst die wirtschaftliche Lage von den Zentralbanken eingeschätzt werde.

Damit scheint der jüngste Preisrutsch beim Gold (Gold 1647.22 -0.43%) vorerst beendet. In der vergangenen Woche war der Goldpreis trotz der sich zuspitzenden Virus-Krise deutlich gefallen. Immer mehr Investoren waren zu Notverkäufen gezwungen, um Verluste mit anderen Anlagen auszugleichen. Zudem mussten Vermögensverwalter wegen zahlreicher Verkaufsaufträge ihrer Kunden Geld locker machen.

Nach Einschätzung von Experten der US-Investmentbank Goldman Sachs (GS 166.02 4.92%) sorgten die jüngsten Notmassnahmen der Fed für geringeren Finanzierungsstress im Finanzsektor. Mit der weiteren extremen Lockerung der Geldpolitik werden die Finanzmärkten mit grossen Mengen von neuem Notenbankgeld versorgt. Vor diesem Hintergrund richte sich der Fokus wieder verstärkt auf die extreme Ausweitung der Bilanzen führender Notenbanken, hiess es weiter in der Goldman Sachs-Studie.

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