Meinungen

Gold vs. Bitcoin

Gold hat bewiesen, dass es in Krisenzeiten eine sichere Alternative ist. Bitcoin hingegen hat versagt. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

«Was Kryptowährungen nicht sind, ist ein Schutz vor fallenden Aktienkursen und damit ein Ersatz für Gold.»

Einerseits bin ich enttäuscht, dass Gold nicht längst weit über 2000 $ handelt. Anderseits bin ich froh, dass das edle Metall wieder mal bewiesen hat, dass es in schwierigen Zeiten zumindest seinen Wert hält. In den letzten zwei Jahren handelt es grob gesagt zwischen 1700 und 2000 $. Derzeit kostet die Unze 1830 $. Die Kriegsprämie ist mittlerweile weg, und es sieht danach aus, dass sich Gold in den nächsten Monaten in einem Seitwärtskanal bewegt.

Kein Ersatz für Gold

So stabil wäre das neue Gold, auch Bitcoin genannt, wohl auch gerne. Doch Kryptowährungen durchlaufen harte Zeiten. Ob das der Anfang vom Ende ist oder eine Einstiegsgelegenheit, lasse ich mal dahingestellt. Doch was Kryptowährungen nicht sind, ist ein Schutz vor fallenden Aktienkursen und damit ein Ersatz für Gold. Wer also aus Sicherheitsüberlegungen auf Bitcoin setzt, der sollte das bleiben lassen.

Position aufbauen

Heisst das nun, dass Gold obenauf schwimmt und langfristig die Nase vorn haben wird? Nicht unbedingt. Gold ist eine zinssensitive Anlage. Höhere Renditen am Bondmarkt – besonders die realen – drücken den Kurs in der Regel. Doch auch wenn die Zentralbanken derzeit klar auf Zinserhöhungskurs sind, muss das nicht eine Hiobsbotschaft für Gold sein. Der Markt spiegelt ja die Aussichten und nicht den Ist-Zustand, und es werden die Stimmen lauter, die für die nicht allzu ferne Zukunft wieder tiefere Zinsen erwarten.

Was lernen wir daraus? Gold hat sich als «Safety Net» bewährt, ist aber kein Renditetreiber. Bitcoin seinerseits mag durchaus eine Wette wert sein, ist aber alles andere als sicher. Wer langfristig denkt und kaum Gold in seinem Portfolio hat, der sollte eine Position aufbauen. Bitcoin hingegen ist kein Muss.