Unternehmen / Konsum

Goldbach-Übernahme durch Tamedia stockt

Die Wettbewerbskommission sieht als Folge der Übernahme eine mögliche Marktbeherrschung durch den Zürcher Medienkonzern und will die Transaktion vertieft prüfen.

(AWP) Der Zürcher Medienkonzern Tamedia (TAMN 150.5 1.69%), der auch «Finanz und Wirtschaft» herausgibt, ist bei der geplanten Übernahme der Medienvermarkterin Goldbach noch nicht am Ziel. Die Eidgenössische Wettbewerbskommission Weko stellt sich vorerst quer und will die Übernahme vertieft prüfen. Der Vollzug der Transaktion soll sich demnach auf September oder Oktober 2018 verschieben, wie Tamedia und Goldbach am Mittwoch gemeinsam mitteilen.

Das im vergangenen Dezember von Tamedia lancierte Angebot wurde gemäss dem definitiven Endergebnis von Mitte April von knapp 97% der Goldbach-Aktionäre angenommen, womit sich eine der Bedingungen für die Übernahme bereits erfüllt hat. Tamedia hatte 35,50 Fr. je Goldbach-Aktie oder insgesamt 216 Mio. Fr. geboten. Geplant war, die verbleibenden Minderheitsaktionäre nach dem Vollzug der Übernahme im Rahmen einer Barabfindung zu entschädigen und die Goldbach Group (GBMN 33.35 3.25%) zu dekotieren.

Weko sieht Marktbeherrschung

Laut einer Mitteilung der Weko bestehen Anhaltspunkte darauf, dass der Zusammenschluss eine marktbeherrschende Stellung begründe oder verstärke. So erreiche Tamedia mit über 50 Medien und Digitalplattformen einen grossen Teil der Schweizer Bevölkerung in sämtlichen Sprachregionen und Goldbach besitze in der Schweiz eine der führenden Positionen in der Vermarktung elektronischer Medien.

Die Weko kommt aufgrund der vorläufigen Prüfung zum Schluss, dass der Zusammenschluss über die einzelnen Werbekanäle wie TV, Radio, Print, Online, Plakat- bzw. Aussenwerbung hinweg zu Verbundeffekten führen könnte, «die eine marktbeherrschende Stellung begründen oder eine bereits bestehende verstärken» könnten. Die Kommission muss die Überprüfung spätestens nach vier Monaten abgeschlossen haben.

Tamedia nimmt den Entscheid der Weko «zur Kenntnis», wie CEO Christoph Tonini in der Mitteilung des Verlagshauses zitiert wird. Tamedia gehe unverändert davon aus, dass Goldbach und Tamedia in unterschiedlichen Geschäftsfeldern tätig seien. Das Unternehmen zeigt sich entsprechend «zuversichtlich, dass die Übernahme wie geplant im zweiten Halbjahr vollzogen werden könne».

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