Meinungen

Goldfieber

Das Edelmetall zeigt sich nun besonders attraktiv. Ein Kommentar von FuW-Redaktor Alexander Trentin.

«Anleger sollten sich die Kosten eines hohen Goldanteils bewusst sein.»

Man muss kein hartgesottener Fan von Gold (Gold 1643.32 1.34%) – ein «Goldbug» – sein, um den steigenden Preis des Edelmetalls zu goutieren. Geld auf dem Konto wie auch Staatsanleihen rentieren in der Schweiz weniger als nichts. Aktien erscheinen teuer. Und in der Vergangenheit konnte sich Gold bei Nervosität an den Börsen gut halten (lesen Sie hier mehr).

Der Aufwärtstrend beim Edelmetall veranlasst viele Anleger nun, mehr ins Portfolio umzuschichten. Als Versicherung hat Gold eine gewisse Berechtigung. Aber eine Garantie, dass dies auch der Performance des Portfolios helfen wird, kann es nicht geben. Auf lange Sicht ist man in der Vergangenheit mit Aktien besser gefahren. Da es auf das Edelmetall weder Dividenden noch Zinsen gibt, bleibt für Goldanleger allein die Hoffnung, dass es auch in Zukunft genug Nachfrage nach Gold gibt.

Wie eine Versicherung kostet der Schutz durch die Positionierung in dem Edelmetall etwas an Performance. Eine Simulation über die vergangenen fünfundvierzig Jahre zeigt eine etwas kleinere Rendite, wenn man einen hohen Goldanteil von 20% einem diversifizierten Portfolio beigefügt hat. Berechnungen der Bank J. Safra Sarasin resultieren in einer optimalen Goldallokation von 13% – das  wäre risikoadjustiert am effizientesten. Doch zu Recht schrecken auch die Strategen von Sarasin vor solch einem hohen Anteil zurück.

Denn über die Jahre schont solch eine Versicherung zwar die Nerven, aber durch den Zinseszinseffekt macht selbst ein auf den ersten Blick vernachlässigbar kleiner Performancerückgang grosse Summen aus. Dieser Kosten sollten sich Anleger bewusst sein – trotz des wohl noch einige Zeit anhaltenden Goldfiebers.