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Goldinvestitionen nähern sich Rekordniveau

Tiefe Zinsen und politische Unsicherheit befeuern die Nachfrage nach Goldanlagen. Der Preis ist im ersten Halbjahr rekordverdächtige 25% gestiegen.

Gold (Gold 1271.93 -0.04%) liegt im Trend. Ein «perfekter Sturm» von Konditionen hat die Investitionen im Edelmetall gemäss der Branchenorganisation World Gold Council (WGC) im ersten Halbjahr begünstigt. Und mit dem Investmentbedarf stieg auch der Preis. Kostete eine Unze Gold Anfang Jahr nur noch knapp 1050 $, notierte sie auf dem Jahreshöchst am 8. Juli bei gut 1375 $. Bis Ende Juni betrug der Preisanstieg satte 25%.

Das anhaltende Tiefzinsumfeld, die politische Unsicherheit nach dem Brexit sowie die im Dezember anstehenden US-Wahlen liessen die Nachfrage nach sicheren Anlagen deutlich steigen – insbesondere die nach Gold. 448,4 Tonnen in Form von Münzen, Barren und börsengehandelten Goldfonds (Exchange Traded Funds, ETF) wurden zwischen April und Juni weltweit zu Investitionszwecken gekauft. Nur 2010 war sie im zweiten Quartal noch höher. Für das Halbjahr betrug die Nachfrage 1063,9 Tonnen im Wert von gut 41 Mrd. $ – ein Rekord.

Besonders ausgeprägt war der Kapitalzufluss in Gold-ETF. Die verwalteten Vermögen der physisch besicherten Fonds stiegen im ersten Halbjahr um 69% auf mehr als 93 Mrd. $. Den grössten Zuwachs in Goldinvestitionen wurde in Europa und den USA verzeichnet. Dagegen kauften chinesische und indische Anleger deutlich weniger des Edelmetalls.

Auch die Nachfrage aus der chinesischen und indischen Schmuckindustrie war erneut leicht rückläufig. Im Vergleich zum Vorjahresquartal resultierte global ein Minus von 14% auf 444,1 Tonnen. Der hohe Preis machte Gold gegenüber anderen Materialien weniger attraktiv. Und auch die politische Instabilität im Nahen Osten belastete die Schmucknachfrage.

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