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Goldman Sachs holt sich 300 Mio. Fr.

Die US-Bank Goldman Sachs begibt eine Anleihe. Auch die Neuenburger KB zapft den Markt an.

(Reuters) An der Obligationenbörse hat das Emissionskarussell am Donnerstag Fahrt aufgenommen. Goldman Sachs (GS 200.77 -1.8%) und die Neuenburger Kantonalbank zapften den Markt an. Die US-Grossbank holte sich 300 Mio. Fr. für gut sieben Jahre. Die Verzinsung beträgt 0,5%. Die Neuenburger KB emittierte eine zehnjährige Anleihe mit einem Coupon von 0,5% und sammelte 150 Millionen Franken ein.

Händlern zufolge waren beide Papiere rasch platziert. Mit rund 0,5% Rendite boten sie den Anlegern einen vergleichsweise attraktiven Ertrag. Zudem stiessen sie auf einen ausgetrockneten Sekundärmarkt. Mit Goldman Sachs trat am Franken-Markt erstmals seit rund einem Monat wieder ein ausländischer Schuldners auf. Weitere könnten folgen, da sich die Bedingungen am Swapmarkt verbessert hätten.

Diese Woche haben sich bislang fünf Schuldner insgesamt 1,14 Mrd. Fr. am Kapitalmarkt geholt. Das Emissionsvolumen könnte Händlern zufolge mit dem Ende der Ferienzeit in der Schweiz in dieser Woche noch anziehen.

Händler erwarten weiterhin ein Seitwärtsbewegung des Marktes. «Weder von der US-Notenbank noch von der Europäischen Zentralbank kamen Signale einer baldigen Straffung der Geldpolitik», sagte ein Händler. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe dürfte sich weiterhin in der seit einiger Zeit gültigen Bandbreite von minus 0,25 bis 0% bewegen. Am Donnerstag sank die Rendite auf minus 0,101% (Vortag: minus 0,082%). Der September-Kontrakt des Zins-Future Conf stieg um sechs Basispunkte auf 164,73 Prozent.

Gemäss dem Mittwochabend veröffentlichten Protokoll des jüngsten Offenmarktausschusses der US-Notenbank wollen die Währungshüter mit einer Zinsanhebung warten, bis es verlässliche Hinweise für eine Annäherung der Inflationsrate an das Fed-Ziel von zwei Prozent gibt. Viele vermuten zudem, dass dies noch länger dauern könnte. Auch die EZB schreckt trotz deutlich verbesserter Konjunkturaussichten vor einer Kursänderung zurück. Die Inflationsdynamik sei nur verhalten und es bestünden immer noch erhebliche Unsicherheiten, hiess es im Protokoll der Zinssitzung vom 20. Juli. Sorge bereit der EZB der Euro. Sie befürchten, dass der Wechselkurs überschiessen könnte.