Märkte / Rohstoffe

Goldpreis erreicht 1800 $

Das Edelmetall nimmt in seinem Aufwärtstrend eine weitere Hürde, die es zum letzten Mal 2011 übersprungen hat. Es nimmt sein Rekordhoch ins Visier.

(AWP) Der Goldpreis hat am Mittwoch den Höhenflug der vergangenen Handelstage fortgesetzt und ist erstmals seit 2011 wieder über 1800 $ gestiegen. Am Nachmittag wurde eine Feinunze (rund 31,1 Gramm) an der Börse in London mit 1812 $ gehandelt. Das ist der höchste Preis seit November 2011. Der Goldpreis nimmt damit zunehmend sein Rekordhoch ins Visier, das im September 2011 bei 1921 $ erreicht worden war.

In Euro gerechnet hatte der Goldpreis bereits im Mai ein neues Rekordhoch bei 1633 € erreicht. Zuletzt wurde die Feinunze bei 1593 € gehandelt. Als Preistreiber bei Gold (Gold 2035.35 -1.36%) gelten vor allem die Sorge vor den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise und die extrem lockere Geldpolitik führender Notenbanken. Anleger befürchten mitunter, dass die enorme Geldflut früher oder später zu einer steigenden Inflation führen könnte. Gold gilt traditionell als Inflationsschutz.

«Die Furcht vor den Folgen der weiter steigenden Coronazahlen treibt die Anleger in sichere Häfen», beschrieb Alexander Zumpfe, Edelmetallhändler beim Handelshaus Heraeus, die Stimmung am Markt. An den Finanzmärkten sorgt vor allem die hohe Zahl von Neuinfektionen in den USA und in Ländern Südamerikas für eine nervöse Stimmung.

Ausserdem bleiben Anleger besorgt über die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Zuletzt hatte die EU-Kommission gewarnt, dass die Rezession in der Eurozone in diesem Jahr stärker ausfallen dürfte als bisher gedacht.

Nach Einschätzung von Zumpfe wirkt derzeit hauptsächlich die Nachfrage nach Wertpapieren preistreibend, die mit Gold hinterlegt sind (Gold-ETFs). Wie stark die Nachfrage nach diesen Wertpapieren ist, zeigen jüngste Daten des Branchenverbands World Gold Council. Der Verband hatte am Dienstag einen Rekordzuwachs im ersten Halbjahr gemeldet. In den ersten sechs Monaten habe es bei den Wertpapieren einen Anstieg um 734 Tonnen gegeben. Damit sei der Zuwachs in der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise von 646 Tonnen im Jahr 2009 übertroffen worden.

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