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Goldrichtig

Gold hat derzeit einen schweren Stand. Auch sein Ruf als ideale Diversifikation ist angekratzt. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

«Für mich gehört Gold als Diversifikation ins Portfolio.»

«Es benötigt Zeit, den seit August letzten Jahres bestehenden Abwärtstrend nachhaltig zu beenden.» Das schreibt FuW-Marttechniker Christoph Geyer, und zwar über Gold. In der Tat hat das Edelmetall einen schweren Stand. Nachdem es letzten Spätsommer drauf und dran war, über 2100 $ je Unze zu steigen, ist es nur noch abwärtsgegangen. Trotz Gegenbewegung in den letzten Wochen schafft Gold (Gold 1'835.15 -0.04%) es nicht, über 1800 $ zu klettern.

Gold läuft dann gut, wenn die Renditen sinken. Der Umkehrmechanismus lastete in den letzten Monaten auf dem Edelmetall. Die Rendite auf US-Staatspapiere mit zehnjähriger Laufzeit stieg von 0,5% auf mehr als 1,7%. In der Zwischenzeit hat sich der Anstieg allerdings nicht nur abgeschwächt, sondern es kehrt der Konsens ein, dass auf der Zinsseite keine grossen Sprünge nach oben zu erwarten sind. Die Rendite der US-Treasuries ist denn auch unter 1,6% zurückgekommen Das ist gut für Gold.

Dennoch wird immer wieder in Frage gestellt, ob Gold noch als Diversifizierung zu Aktien taugt. Es werden Stimmen laut, die davon ausgehen, dass Bitcoin (Bitcoin 55'442.56 -0.97%) Gold als Diversifikationsinstrument ablösen wird. Diese Sorge halte ich für übertrieben. Gerade die Kapriolen von Bitcoin in den vergangenen Wochen zeigen, dass die Kryptowährung viel zu volatil ist, um eine Alternative zum Edelmetall zu sein. Wer in Gold investiert, will nicht nur Diversifikation, sondern auch Stabilität.

Anfang Februar hatte ich Ihnen an dieser Stelle in Aussicht gestellt, dass Gold stabil bleibt und längerfristig leicht nach oben tendiert. Dabei bleibe ich. Inflation ist weiterhin ein Thema, und Unsicherheiten werden den Markt unverändert beschäftigen. Für mich gehört Gold als Diversifikation deshalb ins Portfolio.