Unternehmen / Ausland

«Google wird in Zürich weiter zulegen»

Urs Hölzle, Chefingenieur bei Google, über den Tech-Standort Europa, den neuen Mut zur Regulierung der Branche und starke Rivalen in der Cloud.

Als Mitarbeiter Nummer acht und Verantwortlicher für die technische Infrastruktur ist Urs Hölzle der dienstälteste und ranghöchste Mitarbeiter von Google aus der Schweiz. Potenzial für die Industrie sieht er in Cloud-Diensten.

Herr Hölzle, Sie sind seinerzeit in die ­Staaten gegangenen, weil die Forschung in Ihrem Feld der IT dort führend war. Das hat sich seither gar nicht gross ­geändert. Wieso tut sich Europa so schwer in Sachen Tech?
Es gibt nicht den einen Grund, es gibt viele. So ist das Silicon Valley zwar durch Zufall entstanden, aber die Konzentration von Talenten an einem Ort macht vieles einfacher. Dann handelt es sich bei den USA um einen echten Binnenmarkt. Ein Produkt, das Sie dort in einer Sprache anbieten, können mehr als 300 Mio. Menschen nutzen. In Europa gibt es Sprachbarrieren und jede Menge Regulierungshemmnisse, die sich trotz Europäischer Union von Land zu Land unterschieden. Schliesslich spielt auch die Einstellung eine Rolle. 1999 ging ich als Professor zu Google. Angenommen, das hätte nicht funktioniert: Ein Fehlschlag wäre kein ­Todesurteil für meine Karriere gewesen.

«Ich mache mir Sorgen, dass der neue Mut zur Regulierung in Europa mehr Probleme schafft als löst.»

Wo sehen Sie künftig Chancen für den Technologiestandort Europa?
Es sieht gar nicht so schlecht aus – wenn Europa es nicht vermasselt. Allerdings mache ich mir wirklich Sorgen, dass der neue Mut zur Regulierung der IT-Branche mehr Probleme schafft als löst.

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